Zu viel Macht und Einfluss?

Bloatware und Monopol: EU Kommission will Google an den Kragen

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von Benjamin Krämer -

Die Europäische Union ist seit vielen Jahren aktiv, wenn es um Datenschutz und Digitalisierung geht (anders als hierzulande). Herausgekommen ist die neue EU Datenschutzverordnung, die Facebook jetzt weltweit einsetzen will. Aber gerade der jüngste Datenskandal scheint im EU-Getriebe weiterzuarbeiten: Jetzt soll es Google und seinem Android-Monopol an den Kragen gehen.

In den vergangenen Jahren wurde Google von bereits drei Strafen seitens der Europäischen Union eingeholt - ein Trend, der nicht abzureißen scheint. Jetzt geht es um Googles Smartphone-Betriebssystem Android, das einen überwältigenden Marktanteil weltweit besitzt, quasi eine Monopolstellung und das ist der EU Kommission ein Dorn im Auge. Außerdem im Visier der Kommissare: Vorinstallierte Programme von Google wie Gmail, AdSense, Google Shopping, Google Books, Google Search et cetera - die Liste ist lang.

Diese Apps und Hintergrundprozesse lassen sich größtenteils nicht löschen und werden häufig auch als 'Bloatware' bezeichnet, weil sie den verbrauchten Speicherplatz aufblähen und Rechenleistung kosten, obwohl man sie vielleicht gar nicht haben möchte. Außerdem besitzt Google einen Suchmaschinenmarktanteil von über 90 Prozent und lockt Smartphone Hersteller mit Umsatzbeteiligungen, wenn sie beispielsweise Google Search auf ihren Geräten vorinstallieren.

Googles Datenhunger ist das eigentliche Problem

In Brüssel wird kritisiert, dass Google Smartphone Herstellern eigene Apps (die Daten sammeln) quasi aufdrängt. Daran ändern wird Google aber nichts.

Dorn im Auge der Kommissare ist natürlich nicht bloß das Monopol des kalifornischen Unternehmens, sondern vor allem sein Datenhunger. Durch all diese Apps und die Tatsache, dass 90 Prozent der Smartphonebesitzer mit Androidgeräten herumlaufen und ständig Daten an Google senden, wurde eine Datenkrake geschaffen, die sich kaum überwachen, geschweige denn verstehen und regulieren lasse. Um aber überhaupt einen Ansatz zu finden, stürzt man sich in Brüssel jetzt auf die vorinstallierten Apps und die Tatsache, dass Google Hersteller ziemlich offensiv dazu drängt, sie einzubauen.

Aber es sickerte bereits durch, dass der Suchmaschinenriese mit seinem Geschäftsgebahren nicht direkt gegen geltenden Gesetze verstoße und man deshalb höchstens ein Bußgeld verhängen könne. Das aber würde möglicherweise in die Milliarden gehen. Trotzdem ist zu erwarten, dass Google diese Maßnahme hinnehmen und als Abschreibungen verbuchen wird, denn den Smartphonemarkt wird der Konzern nicht mehr hergeben.

Quelle: digitaltrends.com

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