Ist der Datenklau rechtens?

Bose: Kopfhörer-Hersteller wegen Datenschutz-Verletzungen vor Gericht [Update]

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Ein Nutzer der App 'Bose Connnect' hat das milliardenschwere Elektronik-Unternehmen vor einem US-Gericht verklagt. Der Kläger beschuldigt Bose unter anderem wegen der angeblich heimlichen Weitergabe sensibelster Daten durch die App an Drittanbieter. Bose hat inzwischen reagiert.

+++ (Update 04.05.2017) +++

Bose hat offenbar auf die massiven Vorwürfe reagiert: Wie die Kollegen von Heise Online herausgefunden haben, lässt sich das Übertragen bestimmter Nutzerdaten nun innerhalb der Bose Connect App über einen Schiebeschalter in 'Datenschutzrichtlinien und Einstellungen" deaktivieren.

+++ (Update 04.05.2017) +++

Mit 'Bose Connect' bietet der bekannte Kopfhörer-Hersteller Bose schon seit Längerem eine Smartphone-App an, die dem Nutzer einige Zusatzfunktionen für die hochpreisigen Produkte an die Hand gibt. Unter anderem lässt sich damit die Lautstärke und der Equalizer bedienen oder die Musik teilen. Bose ist damit nicht alleine. Auch Wettbewerber wie Sennheiser (CapTune) oder Sony (Headphones Connect) warten mit ganz ähnlichen Apps auf, die allesamt Nutzerdaten sammeln und teils an Drittunternehmen weitergeben. Bose allerdings wird sich demnächst für die Sammelwut ihrer App vor Gericht verantworten müssen.

Innerhalb der App sind die Datenschutzbestimmungen problemlos für den Nutzer einsehbar. Unter andrem ist dort beschrieben, an wen die Daten weitergereicht werden.  

Quelle: (Screenshot) 

Innerhalb der App sind die Datenschutzbestimmungen problemlos für den Nutzer einsehbar. Unter andrem ist dort beschrieben, an wen die Daten weitergereicht werden.  

Quelle: (Screenshot) 

Richtlinien jederzeit einsehbar

Denn wie ein Bericht auf NDTV beschreibt, hat ein Kunde des Unternehmens vor Kurzem offenbar Klage am US-Bundesgericht in Chicago eingereicht. Nach Meinung der ihn vertretenden Kanzlei verletze insbesondere die Weitergabe persönlicher Daten an Dritte die Privatsphäre des Nutzers. Durch das Abfangen der Hörgewohnheiten ließen sich beispielsweise religiöse Überzeugungen oder politische Tendenzen der Nutzer ableiten, so der Anwalt der Klägers. Sollte dieser Erfolg haben, kann sich Bose auf Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe gefasst machen.

Die Erfolgschancen der Klage sind momentan schwer einzuschätzen - zumal Bose in den Datenschutzbestimmungen, genau wie seine Wettbewerber, eigentlich recht detailliert zur Verwendung der persönlichen Daten Stellung bezieht. In der App lassen sich diese Richtlinien ferner ohne weiteres aufrufen (s. Bild).

Unter anderem ist dort auch explizit von verschiedenen Drittanbietern, wie der Marketing-Firma 'Segment', die Rede. Die Verwendung der Daten für Werbezwecke wird hier aber nicht ausdrücklich aufgeführt. Vielmehr sollen die Daten in der Hauptsache zur Verbesserung der Performance der App verwendet werden.

Hier erfährst du mehr über: Datenschutz

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