Anleger sind nervös

Brexit: Austritt der Briten beeinflusst Software-Aktien

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Rauf und runter wird dieser Tage in den Medien der EU-Austritt der Briten diskutiert – auch auf den Aktienmarkt hat diese politische Entscheidung einen Einfluss, vielleicht fällt die "Krise" jedoch nicht so stark aus, wie gedacht. Konsequenzen entstehen daraus jedoch allemal.

Der Erwerb von Aktien ist mit Risiken verbunden und diese Risiken werden von Menschen bewertet. Dieser Umstand spiegelt sich deutlich im Kurs-Abwärtstrend für das britische Pfund wieder. Nervosität und Unsicherheiten spielen dabei eine große Rolle.

Beispiel SAP: Einstufung als "underperform"

Obwohl es noch eine ganze Weile dauern kann, bis die Briten tatsächlich die Europäische Union verlassen, erleben die Finanzbörsen einen Ausverkauf. So stand der Xetra-Dax am Montagabend, dem 27. Juni, bei gerade einmal 9224 Punkten – und lag damit sogar noch niedriger als am "schwarzen Freitag" nach Bekanntgabe des Referendum-Ergebnisses. Der Technologiewerte-Index TecDax sank um 4,15 Prozent auf 1520 Punkte.

SAP, der größte europäische Softwarehersteller (nach Umsatz) könnte laut Analyst Brice Prunas früh von den konjunkturellen Veränderungen betroffen sein und hat neue Schätzungen vorgenommen, was die Wechselkursschwankungen betrifft. Im Ergebnis rechnet er mit einer Kurssenkung von einem Euro auf nur noch 59 Cent.

Britische Game-Branche bleibt dagegen gelassen

Wired UK startete eine Umfrage unter Mitgliedern der Kreativwirtschaft, um auszuloten, welche Konsequenzen befürchtet werden oder ob angesichts des Votums Gelassenheit herrscht. Dabei handelt es sich nicht nur um eine kleine Nische, die Games-Industrie war laut Wired.de Ende 2014 36,6 Milliarden Pfund (über 47 Milliarden Euro) wert.

Als kleine Erinnerung: Weltweit erfolgreiche Games wie Batman: Arkham oder Grand Theft Auto wurden vom TT Games - einem Ableger von Warner Bros. Interactive Entertainment - und von Rockstar North Ltd. veröffentlicht. Der britische Branchenverband Ukie stellte in seiner Studie zudem fest, dass das Vereinte Königreich zu einem der führenden Investitionsstandorte für internationale Gaming-Unternehmen zählt.

Cliff Harris, Gründer von Positech Games, erklärt auf Nachfrage von Wired: " (Wenn) der Brexit das Pfund zum Einstürzen bringt, ist das für ein Unternehmen, das in US-Dollar bezahlt wird, eigentlich sehr positiv. (…) Auf der anderen Seite könnte es schwieriger werden, Menschen aus Europa zu beschäftigen. Das ist schlecht für Entwickler wie mich, die viel mit Subunternehmern zusammenarbeiten. Unter dem Strich denke ich, dass der Brexit schlecht wäre, aber er wäre kein Armageddon. Vielleicht ein Armageddon-Lite.“

Nicht die Pferde scheu machen

Unterm Strich lässt sich festhalten: Auch wenn es Konsequenzen geben wird, halten viele das Wort "Krise" für unzutreffend. Nachteile hat ein Austritt aus der EU, Kursschwankungen gibt es bereits, aber desaströse Zustände sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht abzusehen. Es hilft nur eins: Abwarten und Earl Grey trinken!

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