4K mit schlechter Verbindung?

Dank neuem Codec: Netflix und Co. könnten bald deutlich schneller werden

Geschätzte Lesezeit: ca. 1 Minute

Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Es klingt wie ein Traum: Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon und Sky sollen bald bis zu 25 Prozent schneller streamen als bisher. Grund dafür ist ein neu entwickelter Open Source Video-Codec namens 'AV1'. Doch Experten zweifeln noch an den hochtrabenden Äußerungen der Entwickler, weshalb sich das Ganze noch als zu frühe Freude entpuppen könnte.

Nichts ist nerviger als eine stotternde Netflix-Verbindung. Neuigkeiten wie diese laden darum zum Träumen ein: Das Industriekonsortium 'Alliance for Open Media' hat jetzt mitgeteilt, dass es seinen seit längerem in Entwicklung befindlichen Videocodec 'AV1' beinahe fertiggestellt habe. Das Konsortium stellte jetzt die Spezifikationen der freien Komprimierung online und schielt bereits darauf, mit der freien Lizenz einen neuen Internetstandard zu etablieren.

Was der Codec leisten soll? Satte 30 Prozent höhere Kompressionsraten als mit bisherigen 'VP9'- und 'HEVC'-Kompressionen. Diese nicht zu kennen ist kein Versäumnis, arbeiten sie doch im Hintergrund. Doch die 30 Prozent Verbesserung bedeuten besonders bei 4K/UHD-Auflösungen eine schnellere Übertragung um ein Drittel. Eine langsame Internetverbindung könnte bald also weniger zum Stolperstein werden, als bisher.

AV1-Codec: Streit um den Nutzen

Handelt es sich bei der Ankündigung um großspurige PR, oder eine handfeste Neuerung?

Anvisiert ist die Massenverbreitung für das Jahr 2020 und die Zeit danach. Es dauert leider seine Zeit, bis verschiedene Produkte mit dem Codec getestet werden können. Das umfasst sowohl Soft- als auch Hardware als auch die noch anlaufende Entwicklung und Optimierung für Codec-Werkzeuge, um eine weitreichende Implementierung zu ermöglichen.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob es sich bei der Ankündigung nur um PR-Glockengeläut handelt, denn VLC-Entwickler merkten zu recht an, dass es sich bei den Spezifikationen um 3D-Berechnungen auf Grafikkarten handle und keine echte Streaming-Kompression. Die echten Arbeiten am Codec scheinen also noch auszustehen. Die Neuigkeiten des Konsortiums sind demnach vorerst mit Vorsicht zu genießen.

Quelle: news.ycombinator.com

Hier erfährst du mehr über: Netflix und Video-Streaming

Sag uns deine Meinung!