Papierlos ausweisen

Das Smartphone als Reisepass

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Wird das kleine Pass-Büchlein in Zukunft aussterben? De La Rue, der weltweit größte Hersteller von Ausweisdokumenten, arbeitet daran, den Pass in digitaler Form im Smartphone zu hinterlegen und trotzdem ausreichend Sicherheit zu gewährleisten.

Ähnlich wie Bordpässe, die bereits mit dem Smartphone vorgezeigt werden können, soll auch die Reisepass-Technologie von De La Rue das papierlose Reisen ermöglichen. Die Probleme dieses Unterfangens liegen auf der Hand: international unterschiedliche Gesetzgebungen, Betrugsversuche und das Risiko des Handydiebstahls. Dazu sagte ein Sprecher des Unternehmens: "Papierlose Pässe sind eine von vielen Ideen, die wir uns im Moment näher ansehen, aber zurzeit befindet sich das Konzept erst in einer frühen Entwicklungsphase."

In modernen Ausweisdokumenten ist bereits ein Chip versteckt mit dem der Abgleich des gespeicherten Fotos mit dem sichtbaren Bild im Pass vorgenommen werden kann. Solch ein Chip ließe sich auch im Smartphone installieren, sodass Reisende nicht mal mehr ein digitales Dokument auf dem Handybildschirm vorzeigen müssten. Damit wäre auch neue Hardware auf dem mobilen Gerät nötig, die dafür sorge, dass unerlaubtes Kopieren von Daten nicht möglich sei, meint David Jevans von der Sicherheitsfirma Proofpoint.

Erfolgreiche Kooperation als Voraussetzung

Ebenso wie De La Rue forscht auch die deutsche Bundesdruckerei an innovativen Technologien. Gemeinsam mit der FU Berlin wurde bereits 2007 ein Lehrstuhl für Secure Identity eingerichtet, mit dem Schwerpunkt Identifikation-, Kommunikations- sowie Geschäftsprozesse sicher zu gestalten. Gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern wie dem Fraunhofer Institut arbeitet die Bundesdruckerei im Förderprojekt SECUDIS an der "Entwicklung neuer Perspektiven im internationalen Hochsicherheitsmarkt".

"Reisepässe oder Führerscheine haben eine sehr lange Gültigkeit von bis zu zehn Jahren. Damit sie während ihrer gesamten Laufzeit nicht gefälscht oder verfälscht werden können, müssen wir schon heute Technologien von morgen auf ihre Einsatzmöglichkeiten prüfen. Nur so sind wir potenziellen Fälschern immer einen Schritt voraus", sagt Jörg Fischer, Display-Experte der Bundesdruckerei und Projektkoordinator von SECUDIS. Es bleibt mit Spannung abzuwarten, wie sich dieses Projekt weiterentwickeln wird.

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