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Googles Emoji-Chefin Jennifer Daniel

Das verfluchte Emoji: Die bunten Bildchen sind härtere Arbeit, als man denkt

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Emojis sind eine Wissenschaft für sich. Ihr glaubt nicht, dass in dem Design der kleinen Bildchen jede Menge harte Arbeit und Gehirnschmalz steckt? Dann dürfte euch Jennifer Daniel eines Besseren Belehren. Gegenüber CNBC sprach Googles Emoji-Direktorin jetzt über ihren stressigen Job. Und über ein widerspenstiges Symbol, mit dem sie bis heute unzufrieden zu sein scheint: Das "verfluchte Emoji."

Hier mal einen unschuldigen Smiley, dort mal einen Mr. Hankey: Emojis werden täglich milliardenfach verschickt, Kurzmitteilungen ohne die beliebten bunten Bildchen wirken heute nicht nur emotionslos, sondern fast schon unvollständig. Mittlerweile gibt es für fast jede erdenkliche Situation, für jeden Gemütszustand ein passendes Emojj - kein Wunder, dass schon kleinste Änderungen an den farbigen Symbolen mittelschwere Skandale auslösen können. Vor diesem Hintergrund ist umso verständlicher, dass für das Design jedes einzelnen Emojis Unmengen an Arbeit und Gehirnschmalz nötig sind, bis es genau die Wirkung erzielt, die es erzielen soll - oder eben nicht.

Der Emoji-Fluch: Nur Umarmen oder schon Grapschen?

Denn die vom Unicode Consortium herausgegeben Symbole (allein dieses Jahr gab es fast 160 neue) sind im Grunde nur Blaupausen. Hersteller wie Google, Apple oder Samsung passen diese dann individuell so lange an, bis sie in deren Augen am besten zur eigenen Marke passen. In einem Interview mit CNBC plauderte Jennifer Daniel, sozusagen die Emoji-Beauftragte bei Google, jetzt über ihren Arbeitsalltag. "Über jedes Emoji wird sich der Kopf zerbrochen. Alles wird in Frage gestellt", meint sie.

Das verfluchte Emoji: Für Jennifer Daniel war das Design des In-den-Arm-nehm-Emoji ein Graus.

Quelle:  CNBC 

Das verfluchte Emoji: Für Jennifer Daniel war das Design des In-den-Arm-nehm-Emoji ein Graus.  

Quelle:  CNBC 

Eine der größten Herausforderungen sei es, das Nutzerverhalten vorherzusagen und das Emoji entsprechend zu gestalten. Erschwert werde diese Aufgabe noch dadurch, dass es zwischen den eingangs erwähnten Herstellern kaum Absprachen gebe - mit dem Ergebnis, dass ein und dieselben Emojis teils völlig unterschiedlich aussehen. Beispiel: das Verwirrt-Emoji sieht in Google-Diensten völlig anders aus, als auf Samsung-Geräten. Deutlich wird das besonders beim Verschicken von SMS (WhatsApp zum Beispiel nutzt geräteübergreifend die Apple-Emoji). Mit den beiden Kreuz-Augen erinnere das Apple-Emoji sogar eher an einen Toten, als an ein verwirrtes Gesicht.

Logisch, dass selbst Profis wie Jennifer Daniel da mal an ihre Grenzen stoßen: Mit dem In-den-Arm-nehm-Emoji ist sie offenbar bis heute unzufrieden: "Das verfluchte Emoji", so nennt sie das bei vielen Nutzern eigentlich recht beliebte Bildchen. Zum einen liege das daran, dass sich dieses Emoji bei den unterschiedlichen Anbietern ganz besonders stark unterscheide. Zum anderen entscheiden hier offenbar schon wenige Pixel darüber, was das Symbol aussagen soll: "Sind die Hände zu weit auseinander, sehen sie wie Füße aus. Sind sie zu nah beieinander, sehen sie aus, als wollten sie dich begrapschen", so Daniel.

Quelle: CNBC

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