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Datenschutz vs. Milliarden-Deal? Apple-Boss verteidigt Google-Heuchelei

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Während eines Interviews verteidigte Apple-Boss Tim Cook den milliardenschweren Suchmaschinen-Deal zwischen Google und seinem Unternehmen. Er verwies dabei auf Google als "die beste Suchmaschine" und betonte gleichzeitig die Datenschutzmaßnahmen, die in den Safari-Browser integriert seien.

Es ist schon eine etwas seltsame Form der Übereinkunft, wenn man seinem Konkurrenten stets Datenschutzvergehen vorwirft, nur um bei einem entsprechenden Angebot dennoch gemeinsam ins Bett zu hüpfen. Tim Cook fällt stellvertretend in so ein besonderes Muster, denn der Apple-CEO glänzte in den vergangenen Jahren nicht gerade durch Zurückhaltung, wenn es um die Datensammelwut von Konzernen wie Google oder Facebook geht.

I think their search engine is the best. Look at what we've done with the controls we've built in. We have private web browsing. We have an intelligent tracker prevention.

Tim Cook | Axios

Generell stellt eine kritische Haltung gegenüber den Gebaren von Google und Facebook keinen Grund dar, um Tim Cook schlechten Stil vorzuwerfen, doch der Tech-Gigant setzt offenkundig selbst auf die Suchmaschine in seinen Geräten und Diensten. Wie passt das also zusammen, wenn er sich auf der einen Seite wiederholt kritisch über andere Dienste äußert - gleichzeitig die hauseigenen Geräte als positives Beispiel für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Daten anführt - und auf der anderen Seite die Google-Konkurrenz als Standard-Suchmaschine in seinen Safari-Browser implementiert? Auf diesen Umstand angesprochen bezog der Apple-Chef nun erstmals Stellung.

Google "beste Suchmaschine" für Apples Safari

"Ich denke, ihre [Googles] Suchmaschine ist die beste", äußerte sich Tim Cook im Interview mit der News-Webseite 'Axios' über den milliardenschweren Deal mit dem Suchmaschinenkonzern. Darüber hinaus verwies er auf die verschiedenen Datenschutzfunktionen wie "privates Browsen" und eine in Google integrierte Anti-Tracking-Funktion.

"Wir haben versucht Wege zu finden, um unseren Benutzern bestmöglich durch den Tag zu helfen. Es ist keine perfekte Sache. Ich wäre die allererste Person, die das sagen würde. Aber es ist noch ein langer Weg, um zu helfen."

Google ist demnach die zurzeit beste Lösung für den Safari-Browser, der sich nicht nur in der Apple-Hardware wiederfindet, sondern auf dessen Ergebnisse auch Dienste wie Siri zurückgreifen. Darüber hinaus lässt sich Apple diesen Such-Deal fürstlich bezahlen: Schätzungen zufolge gibt Google jährlich bis zu 9 Milliarden Dollar dafür aus, den Status als Standard-Suchmaschine auf iPhones, iPads und Co. innezuhaben.

Am Ende entscheiden die Nutzer

Böse Zungen könnten an dieser Stelle behaupten, die Milliardenzahlungen würden die Entscheidungen der Apple-Bosse erleichtern, doch auf der anderen Seite stellt sich auch die Frage nach der Alternative. 'DuckDuckGo' könnte so eine Alternative sein - dem gegenüber stünden jedoch die horrenden Einnahmen aus dem Deal und die gute Benutzerfreundlichkeit des beliebtesten Browsers auf dem Markt.

Von diesen Tatsachen kann man halten, was man will. Am Ende des Tages können Nutzer immer noch selbst entscheiden, welcher Suchmaschine sie den Zuschlag geben - ganz egal, wie die Apple-Verantwortlichen diese doch etwas seltsame Form der Übereinkunft rechtfertigen.

Quelle: theverge.com

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