Achtung Abmahnung ...

Doch nicht anonym: Sicherheitsexperte findet VPN-User von Hotspot Shield

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von Benjamin Krämer -

Nutzer des weltweit meistgenutzten VPN-Service 'Hotspot Shield' verlassen sich auf die Versprechen des Unternehmens: Ihre IP und damit ihr Aufenthaltsort wird durch Verschlüsselung und Re-Routing verschleiert. Ein Sicherheitsexperte konnte dieses Versprechen nun wiederlegen: Er konnte Nutzer von Hotspot Shield finden und das ist ein Problem.

Es gibt Anwälte wie jene der Kanzlei Waldorf Fromme in München, die sich auf Abmahnungen spezialisiert haben, die sie für Mandanten aus der Filmindustrie verschicken und zwar zu zehntausenden. VPN-Nutzer wähnten sich bisher vor ihnen in Sicherheit, da Anbieter wie Hotspot Shield versicherten, dass ihre IPs durch Re-Routing und Verschlüsselungsmechanismen verschleiert sei. Der Sicherheitsexperte Paulos Yibelo konnte jetzt allerdings den jeweiligen WLAN-Namen und das Herkunftsland dieser Nutzer herausfinden. Das ist eine schlechte Nachricht für all jene, die Streaming-Portale und Filesharing-Programme nutzen, oder einfach nur anonym und mit geschützter Privatsphäre im Netz unterwegs sein wollen.

Darum VPN: Abmahnungen werden zum Volkssport

Die angesprochene Kanzlei aus München ist nur eine von vielen Kanzleien weltweit, die seit dem vergangenen Jahr massenhaft Abmahnungen verschicken. Ihre Mandanten wie Universal Pictures, Paramount oder 20th Century Fox gehen immer vehementer gegen Urheberrechtsverstöße vor und nutzen dabei Programme wie 'Peer-to-Peer Forensic System' (PFS) der Digital Forensics GmbH. Diese durchsuchen Tauschbörsen und Filesharing-Clients nach entsprechenden Verstößen und übergeben die Daten an ihre Kunden, die wiederum ihre Kanzleien bemühen. Gerichte geben dann auf Anfrage die persönlichen Daten preis, die zu der IP gehören und das Verfahren beginnt. Viele der über 500 Millionen Nutzer von Hotspot Shield werden sich darum sicherlich fragen, wie sicher sie jetzt noch sind vor solchen Abmahnungen.

Tipp: Es lohnt sich, auf kleinere Anbieter wie 'psiphon' zu setzen, hinter denen keine aufwändige Programmstruktur, sondern eine einfache .exe-Datei steckt.

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