Bye bye Facebook und Co.

Ein Monat ohne Social Media: Großbritannien wirbt mit Verzichtskampagne

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von Benjamin Krämer -

Die königliche britische Gesellschaft für Gesundheitswesen RSPH hat auf der Insel eine Kampagne zur Reduktion der Social-Media-Nutzung gestartet. Einen Monat lang sollen britische Bürger auf Facebook, Snapchat, Twitter, Instagram und Co. verzichten, und zwar aus gesundheitlichen Gründen. Ihr Slogan: "Werde wieder ein sozialer Schmetterling!"

Die extreme Nutzung sozialer Medien hat gesundheitliche Folgen, das ist mittlerweile durch zahlreiche Studien bestätigt worden. Es wurde sogar der Begriff 'Social Media Depression' geprägt: Social-Media-Nutzer haben demnach ein höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken, als andere Menschen. Der Grund dafür scheint auch bereits ausgemacht zu sein: Die ständigen Vergleiche mit anderen, die unter anderem auf Instagram und Facebook die Highlights ihres Lebens posten - und das auch noch auf geschönte Art und Weise.

Die Nutzer wiederum vergleichen diese Highlights mit ihrem Alltag (nicht mit ihren eigenen Highlights) und haben dann das Gefühl, ihr Leben sei langweiliger, trauriger, ereignisloser als das anderer. Hinzu kommen das bekannte Problem des Cybermobbings und der Hinweis darauf, dass übermäßige Smartphone-Nutzung zu Schlafstörungen führen könne. Die RSPH will deshalb britischen Bürgern jetzt einen Monat des Social-Media-Verzichts nahelegen, um sie wieder sozialer zu machen - in der "echten" Welt. Anvisierter Verzichtsmonat: September 2018.

Kampagne inmitten eines leichten Abwärtstrends

Nicht nur Großbritannien warnt vor sozialen Medien, auch Größen aus der Tech- und Social-Media-Welt schlagen Alarm aufgrund der negativen Folgen

Die Ankündigung der RSPH kommt inmitten einer interessanten Entwicklung. Facebook musste zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Nutzerrückgang vermelden. Zwar liegen die Verluste im Bereich von unter einem Prozent bei den monatlichen und täglichen aktiven Usern, doch diesen Vorgang gab es zuvor noch nie. Das war unter anderem einer der vielen Gründe für den größten Crash einer einzelnen Aktie in der Geschichte der US-Börse: Ja, es geht um Facebook. Das könnte damit zusammenhängen, dass der Markt übersättigt ist, weil bereits so gut wie jeder Facebook nutzt, der die Möglichkeit und das Interesse hat.

Es gibt nun einmal eine begrenzte Anzahl Menschen auf der Erde. Hinzukommen könnte der anhaltende Datenskandal von Zuckerbergs Unternehmen und eine immer aktiver geführte Debatte um negative Folgen von Social-Media-Konsum. Wenn ihr euch selbst dafür interessiert, einmal (ohne staatliche Verordnung) ein digitales Fasten einzulegen, empfehlen wir euch diesen Artikel.

Quellen: rsph.org.uk

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