Peanuts für die einen, 2,9 Mio € für die anderen

Ermittlungsbehörden gelingt "massiver Schlag" gegen Usenet-Netzwerke

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Deutschen Ermittlungsbehörden ist es gelungen, einen Schlag gegen Usenet-Seiten zu erzielen. Vor allem die Sperrung von Usenetrevolution.info steht in der öffentlichen Wahrnehmung gerade im Fokus, während der Kölner Medienrechtsanwalt Christian Solmecke vielmehr von einem "massiven Schlag gegen ein weltweit bekanntes Netz von Urheberrechtsverletzern" spricht.

Das deutschsprachige illegale Download-Portal Usenetrevolution.info ist im Zuge einer groß angelegten Razzia durch die Ermittlungsbehörden stillgelegt worden. Insgesamt durchsuchten die Speziallisten übergreifender LKAs 42 Verdächtige in 13 Bundesländern, die in Verbindung mit den Betreibern der Plattformen stehen oder selbst als Betreiber verdächtig werden.

Betroffen sind unter anderem die Websites, town.ag, usenetrevolution.info und speeduse.net

wbs-law.de

Usenet-Netzwerke stellen eine Alternative zum herkömmlichen Internet dar, auf denen Nutzer in diesem speziellen Fall über sogenannte Boards unter anderem Zugriff auf unterschiedliche Multimedia-Raubkopien wie Musik, Filme, Serien oder eBooks erhalten haben sollen.

Bereits am Mittwoch und Donnerstag sollen die umfangreichen Zugriffe erfolgt sein, wobei unter anderem auch die Server der genannten Webseite abgeschaltet wurden. Als Hauptverdächtiger gilt demnach ein 49-Jähriger Mann aus Hessen, der Medienberichten zufolge als Admin für das Portal verantwortlich gewesen sein soll. Darüber hinaus werden weitere, den Ermittlungsbehörden bekannte Personen im Alter zwischen 23 bis 72 Jahren verdächtigt, in die Geschäfte der Plattform involviert zu sein.

Haben Nutzer der Webseiten Grund zur Sorge?

Der bekannte Internet-Anwalt Christan Solmecke, der vielen Nutzern durch seine Blog-Einträge und Videos zu den Thema Internetrecht ein Begriff ist, schrieb indes von einem "massiven Schlag" gegen gleich mehrere Webseiten des Usenet-Netzwerks, der länderübergreifend Hausdurchsuchungen bis nach Kanada mit sich brachte.

Nutzern dieser Webseiten nimmt er mit seinen Einschätzungen hingegen etwas die Sorge, selbst mit rechtlichen Konsequenzen rechnen zu müssen. Im Gegensatz zu Streaming-Portalen wie Kinox.to, auf denen User auf die Server zugreifen, ließe sich der Zugriff auf die Boards der Usenet-Seiten von den Behörden kaum oder nur sehr schwer nachweisen. Nach Angaben der Behörden wird der Schaden, der durch Urheberrechtsverletzungen der geschätzten 27.000 Mitglieder entstanden ist, bei mindestens 2,9 Millionen Euro liegen. Allerdings sind diese Zahlen stets mit etwas Weitsicht einzuordnen: Studien der letzten Monate kamen nicht selten zu dem Ergebnis, dass Schäden durch Online-Piraterie nicht das Ausmaß besitzen, wie stets angegeben wird.

Quellen: heise.de, wbs-law.de

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