Das Pflaster ist zu heiß

Facebook bleibt im Krisenmodus: Datenaustausch mit Krankenhäusern gestoppt

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von Benjamin Krämer -

Facebook kommt nicht zur Ruhe: Im Zuge des anhaltenden Datenskandals mit Cambridge Analytica wurde jetzt bekannt, dass eine lange geplante Kooperation mit US-amerikanischen Krankenhäusern vorerst auf Eis gelegt wird. Das ist ebenso verständlich wie schade, da das Projekt großes Potenzial für die Zukunft sozialer Einflussfaktoren auf die menschliche Gesundheit versprochen hatte.

Vor etwa einem Jahr kündigten Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan an, über eine Milliarde Dollar für den Kampf gegen Krebs einzusetzen. Man wolle dieser Krankheit ein Ende setzen, hieß es damals. Im Zuge dieser philanthropischen Medizinoffensive wurden auch verschiedene andere Projekte und Kooperationen von Facebook angestoßen. Unter anderem ging es auch darum, Nutzerdaten des sozialen Netzwerks anonymisiert auszuwerten und mit einer Reihe von US-Krankenhäusern zu teilen.

Nachdem in den letzten Jahren immer mehr Studien zu dem Ergebnis kamen, dass ein enges soziales Netz von Freunden und Familie für die menschliche Gesundheit einen extrem hohen und messbaren Stellenwert einnimmt, wollten forschende Kliniken mehr über dieses Phänomen herausfinden. Facebook bot sich an, schließlich besitzt das Unternehmen den größten Vorrat an sozio-ökonomischen Daten der Welt. Doch damit ist jetzt Schluss - offenbar empfand Zuckerberg es aktuell als nicht förderlich, weitere Nutzerdaten preiszugeben, ob anonymisiert oder nicht.

Facebook igelt sich ein und analysiert

Mit dem geplanten Projekt hätten die Zusammenhänge zwischen Sozialleben und Krankheiten besser erforscht werden können - jetzt fällt es dem Datenskandal zum Opfer

Vorstandsmitglied Sheryl Sandberg äußerte sich dazu auf Facebook und betonte, dass man in der Vergangenheit Fehler gemacht habe. Man hätte zu viele Daten mit Drittparteien geteilt oder zeitweise nicht klar gewusst, was man im Detail teilte. Diese Fehler wolle man nicht wiederholen und erst einmal jeden Vorgang erneut und mit strengerem Blick auf den Prüfstein stellen.

Gegenüber der Financial Times nahm sie auch noch einmal Bezug auf den Skandal um Cambridge Analytica: "Als das mit Cambridge Analytica passiert ist, war es ein Fehler von Mark und mir, uns nicht früher und schneller dazu zu äußern. Wir wollten sichergehen, dass wir genau wissen was vor sich geht, bevor wir an die Öffentlichkeit gehen." Nun scheinen sie erneut zu versuchen, genau zu verstehen, was vor sich geht, oder geplant ist - nun offenbar, bevor das 'Kind in den Brunnen gefallen' ist und nicht mehr ganz am Ende, wenn der Skandal die Medien beherrscht.

Quelle: arstechnica.com

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