Vorschnell freigegeben?

Facebook irritiert Umfrageteilnehmer mit gruseliger Sex-Frage

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Mit einer ziemlich merkwürdigen Umfrage hat Facebook gerade die User des sozialen Netzwerks in Großbritannien vor den Kopf gestoßen. Darin wurden sie gefragt, wie sie es an Facebooks Stelle handhaben würden, wenn ein Erwachsener eine 14-Jährige um anzügliche Bilder in einer privaten Nachricht bittet. Offenbar leider unter den Tisch gefallen: Die Antwortmöglichkeit "Die Polizei rufen".

Facebook führt regelmäßig Umfragen unter einzelnen Nutzergruppen durch. Das ist durchaus verständlich und bei großen Konzernen, seien es jetzt Social-Media-Dienstleister oder nicht, auch üblich. Schließlich möchten die Unternehmen gerne wissen, wie ihr Produkt den Verbrauchern gefällt und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen. Eine dieser Umfragen des sozialen Netzwerks Facebook aber hat jetzt in Großbritannien für, gelinde gesagt, Irritationen unter den Teilnehmern gesorgt.

Facebook-Fragebogen: Wo sind Polizei und Staatsanwaltschaft?

So hieß es sinngemäß in einem Abschnitt des Online-Fragebogens: "Wenn Sie an Facebooks Stelle wären, wie würden Sie folgenden Vorfall behandeln: Ein erwachsener Mann fragt eine 14-Jährige in einer Privatnachricht nach Sex-Bildern." In einer weiteren Frage wurden die Teilnehmer um ihre Einschätzung gebeten, wer darüber entscheiden sollte, ob solche Inhalte auf Facebook erlaubt sein sollten.

So weit, so seltsam. Verstörend an dem Vorfall ist aber insbesondere, dass die naheliegendste Vorgehensweise in einem solchen Fall gar nicht in den Antwortmöglichkeiten vorgegeben war: Mit keinem Wort wurde die Polizei oder die Staatsanwaltschaft genannt. Wer das geschilderte Verhalten für unangebracht hielt - was auf die meisten Teilnehmer zutreffen dürfte - hatte lediglich die Auswahlmöglichkeit an die Hand bekommen, den Vorfall an Facebook zu melden.

"Es sollte unverzüglich die Polizei eingeschaltet werden." Diese oder eine ähnliche eigentlich sehr naheliegende Antwortmöglichkeit fehlte leider in der Umfrage.

Quelle: (Jonathan Haynes)  The Guardian 

"Es sollte unverzüglich die Polizei eingeschaltet werden." Diese oder eine ähnliche eigentlich sehr naheliegende Antwortmöglichkeit fehlte leider in der Umfrage.  

Quelle: (Jonathan Haynes)  The Guardian 

Auch andere Teile der Umfrage schlugen laut dem 'Guardian' in eine ähnliche Kerbe, sie behandelten etwa Themen wie Extremismus oder kulturelle Vielfalt. Facebook jedenfalls scheint der Vorfall inzwischen selbst unangenehm zu sein, auf Twitter entschuldigte sich der 'Vice President of Product' des Netzwerks bereits dafür: Besagte Fragen hätten nie Teil der Umfrage sein dürfen, das sei ein "Fehler" gewesen, räumte er ein.

Die Twitter-Community will den Facebook-Manager mit dieser Entschuldigung allerdings nicht davon kommen lassen. Besonders dass eine solche Umfrage angeblich nicht doppelt und dreifach begutachtet und dann vorschnell freigegeben worden ist, zweifeln viele an. Der User PoliTech vermutet sogar, dass Facebook damit testet, wie weit es als Unternehmen gehen kann, das mit pornografischen Inhalten kokettiert - oder sie zumindest nicht hinreichend abstraft.

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