Die Evolution der Textnachricht

Facebook Messenger, WhatsApp & Co.: Ist die klassische SMS am Ende?

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Die gute alte SMS wird mehr und mehr auf das Abstellgleis verbannt. Wie aktuelle Nutzerzahlen zeigen, werden über WhatsApp und den Facebook Messenger im Vergleich zu klassischen SMS mittlerweile fast dreimal so viele Nachrichten versendet. Bedeutet das also ein Ende auf Raten für den "Short Message Service"?

Es ist noch gar nicht so lange her, da schrieb nahezu jeder Handybesitzer eine SMS nach der anderen - und das nicht selten zig Mal pro Tag. Doch im Zeitalter der Smartphones und Tablets wirkt die SMS heutzutage eher altbacken, was die stetig sinkenden Nutzerzahlen recht deutlich unterstreichen. Darüber hinaus muss sich die SMS einer starken Konkurrenz wie WhatsApp oder dem Facebook Messenger entgegenstellen - ein ungleicher Kampf, dessen Sieger eigentlich schon zu Beginn feststand.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Die Kollegen der renommierten britischen Tageszeitung The Telegraph haben vor kurzem einige überaus interessante Zahlen veröffentlicht, aus denen sich die Diskrepanz zwischen den modernen Messengern und dem altbekannten Short Message Service relativ klar herauslesen lässt. Besonders deutlich wird dieser Unterschied in Bezug auf das Wachstum, welches bei der SMS schon seit einiger Zeit stagniert und sich langsam aber sicher in die negative Richtung umkehrt.

Stagnation auf der einen, rasantes Wachstum auf der anderen Seite.

Im vergangenen Jahr wurden laut den aktuellen Zahlen des Telegraph rund 8,6 Billionen SMS-Kurzmitteilungen verschickt - wie auch schon im Jahr zuvor. Bedenkt man zudem, dass es bereits im Jahre 2012 über acht Billionen waren, lässt sich der SMS leider nur eine düstere Zukunft voraussagen. Als absolutes Gegenteil dazu steht das exponentiell ansteigende Wachstum der modernen Messenger. Der Fokus liegt hier im Speziellen auf dem Facebook Messenger und der Instant-Messaging-Applikation WhatsApp, die ebenfalls zu Facebook gehört.

FB Messenger und WhatsApp sind weiter auf dem Vormarsch

Im vergangenen Jahr wurden allein über den Facebook Messenger und über WhatsApp zusammen mehr als 60 Milliarden Nachrichten pro Tag verschickt, während es im selben Zeitraum nur etwa 23 Milliarden SMS waren. Die Messenger konnten die altgediente SMS in Sachen Nutzung und Beliebtheit also binnen kürzester Zeit überholen. Einen erheblichen Anteil an diesem Erfolg hat der Facebook Messenger, der aktuell als die schnellst wachsende Messaging-Plattform überhaupt gilt.

Der Facebook Messenger wird von Tag zu Tag beliebter.

Auch hier sprechen die Zahlen für sich: Allein in den ersten dreieinhalb Monaten dieses Jahres wuchs die Zahl der Facebook-Messenger-Nutzer von knapp 800 auf über 900 Millionen an - ein Wachstum, das selbst das von WhatsApp und Instagram in den Schatten stellt. Zum Vergleich: WhatsApp benötigte rund ein halbes Jahr, bis aus den 900 Millionen Nutzern im vergangenen Februar eine Milliarde wurden. Rechnet man nun noch die anderen Messenger, wie beispielsweise Viber, Telegram oder auch Skype hinzu, könnte es für die SMS schon sehr bald recht eng werden.

Ein kleiner Ausblick auf die Zukunft

Das unabhängige Marktforschungsunternehmen eMarketer prognostiziert den Messaging-Apps auch weiterhin ein rasantes Wachstum in Sachen Nutzerzahlen. Während im Jahre 2014 rund eine Milliarde Menschen einen Instant-Messenger nutzten, sind es zum aktuellen Zeitpunkt bereits über 1,6 Milliarden. Bis 2019 wird diese Zahl jedoch noch weiter ansteigen - laut eMarketer auf rund 2,2 Milliarden Nutzer.

Bedingt durch das WLAN (an immer mehr öffentlichen Plätzen auch kostenlos verfügbar), die fortschrittliche 4G-Technologie und nicht zuletzt auch durch die Extrakosten, die bei vielen Anbietern nach einem gewissen Kontingent an Gratis-SMS anfallen, wird der klassische Short Message Service mehr und mehr obsolet. Es bleibt mit Spannung abzuwarten, wie lange sich die SMS in der aktuellen Form und Funktionalität halten kann - und natürlich auch, was die verschiedenen Entwickler noch alles in petto haben, um noch mehr Nutzer von den Messaging-Apps zu begeistern.

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