Gedenkzustand erweitert

Facebook nach dem Tod: Neuer Trauerbereich für Freunde und Familie

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Foto von Michael Springer

von Michael Springer -

Facebook erweitert die Gestaltung von Profilen im Gedenkzustand: Ein neuer Trauerbereich, der klar von der ursprünglichen Timeline getrennt ist, bietet Freunden und Familie Platz, um Geschichten und Erinnerungen zu teilen.

Trotz aller Negativschlagzeilen, die momentan von allen Seiten auf Facebook einprasseln, bleibt die Plattform bei Millionen von Nutzern beliebt – das Unternehmen verzeichnete 2018 sogar das beste Geschäftsjahr bisher. Nun nimmt Facebook einige Änderungen an einem besonders sensiblen Bereich des sozialen Netzwerks vor: Wenn ein Facebook-Mitglied stirbt, lässt sich sein Account in einen Gedenkzustand versetzen. Eine dort neu eingerichtete Sektion richtet sich an die Hinterbliebenen.

Facebook: Accounts im Gedenkzustand werden umgebaut

Facebook versetzt einen Account in den sogenannten Gedenkzustand, wenn der Inhaber verstirbt und die Plattform darüber unterrichtet wird. Ein entsprechender Texthinweis auf der Seite macht dann deutlich, dass es sich um das Profil eines Toten handelt. Je nach Privatsphäre-Einstellungen des Accounts konnten Facebook-Freunde bisher weiterhin auf die Pinnwand posten oder ältere Beiträge des Verstorbenen kommentieren.

Meldung zum neuen Gedenkbereich bei Facebook

Neuer Bereich für Accounts im Gedenkzustand: Nur Profile, die einen Nachlasskontakt angegeben haben, scheinen informiert zu werden.  

Quelle: (Screenshot)  Facebook via TechCrunch 

Meldung zum neuen Gedenkbereich bei Facebook

Neuer Bereich für Accounts im Gedenkzustand: Nur Profile, die einen Nachlasskontakt angegeben haben, scheinen informiert zu werden.  

Quelle: (Screenshot)  Facebook via TechCrunch 

Ein neu angelegter Gedenkbereich (im englischen Original 'Tributes') soll sich nun deutlicher von der ursprünglichen Timeline anheben und Angehörigen einen separaten Ort zum Trauern geben. Beiträge, die nach dem Tod des betreffenden Nutzers an seiner Pinnwand auftauchen, werden dort gesammelt. Facebook nennt die nun geschaffene Sektion einen "Ort im Profil [des Verstorbenen], an dem Freunde und Familie Geschichten posten, an den Geburtstag erinnern und Erinnerungen teilen können".

Der neue Trauerbereich scheint aber nur für solche Accounts zur Verfügung zu stehen, die einen Nachlasskontakt festgelegt haben – allein diesen wurde jedenfalls ein entsprechender Hinweis auf die neue Sektion zugesandt. Denn der Nachlasskontakt hat mehr Kontrolle über den Gedenkbereich: Er kann etwa festlegen, wer dort Beiträge verfassen oder betrachten darf und kann sogar Posts löschen. So lässt sich das Andenken an den Verstorbenen auch bei Facebook pflegen. Profil- und Titelbilder ändern und einen fixierten Trauerpost verfassen dürfen Nachlasskontakte übrigens schon jetzt. Die privaten Nachrichten des Accounts bleiben hingegen weiter unter Verschluss.

Laut der Facebook-Hilfeseite steht das neue Feature in Deutschland noch nicht zur Verfügung, man arbeite aber daran. Ob man die Erinnerung an Angehörige überhaupt an einer quasi öffentlichen Pinnwand pflegen möchte, wo Hetze, Memes und Stumpfsinn nur einen Klick entfernt liegen, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Quelle: TechCrunch

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