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Staub auf der Kameralinse macht euch zu Freunden

Facebooks patentierter Ideenreichtum für den perfekten Freundschaftsvorschlag

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Foto von Julius Zunker

von Julius Zunker -

Die meisten Social-Networks leben vom Wachstum und davon Daten ihrer Nutzer an Unternehmen für beispielsweise Marktforschung zu verkaufen. Facebook ist dabei immer wieder im Fokus auf Grund sehr elaborierter Wege seine User zu durchleuchten. Häufig schwebt dabei der Vorwurf von Überwachung im Raum. Nicht völlig grundlos, wenn man einen Blick auf die Patente des Konzerns wirft.

acebook ist ohne Frage ein kompliziertes Netzwerk. Es versucht digital nachzuahmen, wie Verbindungen in der realen Welt entstehen und wachsen. Nur will - und muss - der Konzern stetiges Wachstum erzeugen. Jede Verbindung zwischen Mitgliedern ist für Facebook Kapital, erlauben doch genauere Schnittmengen zwischen Nutzergruppen genauere Daten, die vom Konzern in klingende Münzen umgesetzt werden können.

Facebook kennt deine Freunde - bevor du sie kennst

Eines der wichtigsten Features zur Herstellung von Verbindungen zwischen Usern sind Freundschaftsvorschläge - diese endlosen Listen von Personen, die man eventuell kennen könnte und die eine gewisse Anzahl von gemeinsamen Freunden haben. Elementares Werkzeug um diese Verbindungen herzustellen, sind tatsächlich freiwillig von Nutzern zur Verfügung gestellte Adressbücher (beispielsweise aus Google Mail).

Doch Facebook hätte - zumindest auf dem Papier - deutlich subtilere und teils dystopisch anmutende Möglichkeiten herauszufinden, wer wen kennt oder wer wen kennen könnte. Darin wären Chat-Inhalte aus dem Facebook-Messenger oder WhatsApp nicht einmal enthalten. Laut eigener Angaben wertet der Konzern vertrauliche Gespräche nicht aus. Auch wenn sie an anderer Stelle erst kürzlich durchklingen ließen, dass Dirty-Talks in Chats durchaus zu einer Sperrung führen können.

Staub auf der Kameralinse als Gemeinsamkeit

Eines der wichtigsten Features zur Herstellung von Verbindungen zwischen Usern sind Freundschaftsvorschläge

Tatsächlich klingt es nach Tricks aus den tiefsten Ärmeln von Geheimdiensten, wenn man einen Blick auf die gesicherten Patente wirft, die der soziale Netzwerk-Titan sein Eigen nennt. Gizmodo hat dies in einer rund ein Jahr laufenden Untersuchung getan. Unter diesen findet sich eines aus dem Jahr 2015. Es beschreibt eine Technik, mit der sich Metadaten aus von unterschiedlichen Personen hochgeladenen Bildern auswerten lassen.

Unter durchlaufenden Bildernummerierungen im Dateinamen findet sich dabei auch ein Weg die Spuren auf Fotos, die Staub auf der Kameralinse hinterlässt, zu vergleichen. Wer also Bilder von der letzten Hochzeit hochlädt und mit dem Typen 8 Tische weiter kein Wort geredet hat, könnte so aber ob der Fotos des Hochzeitsfotografen als potentieller Freund des Unbekannten erkannt werden - ohne jemals auf ein und demselben Bild mit ihm gewesen zu sein.

Das Bewegungsprofil 2.0

Doch Facebook geht in der Theorie sogar noch weiter. Aus dem Vorjahr stammt ein Patent, welches die Möglichkeit beschreibt Smartphone-Daten dahingehend auszuwerten, ob sich zwei Nutzer kennen. Ben Chen, ein leitender Entwickler bei Facebook, legt dar, dass sich über die Daten nicht nur herausfinden lässt, ob sich zwei Nutzer am selben Ort aufhalten, sondern über das Accelerometer und Gyroskop sogar, ob diese aufeinander zugehen, nebeneinander her oder sich länger gegenüberstehen.

Bei all diesen datenschutzalarmierenden Techniken muss allerdings eines gesagt werden: Viele Patente im US-Recht sind reine Gedankenmodelle, die nicht über den Status eines Entwurfs hinausgekommen oder gar umsetzbar sind. Außerdem versichert Facebook, bis auf eine kurze Testphase im Jahr 2015, jemals auch nur Ortsdaten für Freundesvorschläge genutzt zu haben.

Quelle: gizmodo.com

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