Die Rechnung geht auf

Fußbus statt Auto - Studie belegt positiven Einfluss von Pokémon Go

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Kann ein Augmented Reality Titel für Mobilgeräte tatsächlich das Leben von Menschen verbessern? Anscheinend schon, denn eine Studie fand jetzt heraus, dass sich Pokémon Go und die damit einhergehende Bewegung positiv auf Menschen auswirken kann.

Wenn ich mich nach Leuten umhöre, die schon einmal Pokémon Go gespielt haben oder immer noch spielen, komme ich unweigerlich zum Schluss, dass dieser ganze Hype überhaupt nicht existiert (ähnlich wie Bielefeld) - denn irgendwie spielt dieses mobile Augmented Reality Game niemand.

Liegt es nun an mir oder an meinem Umfeld? Offensichtlich, denn der Hype um die Jagd nach den kleinen Taschenmonstern scheint nie wirklich abgeebbt zu sein. Mit rund 800 Millionen Downloads ist Pokémon Go eines der erfolgreichsten ortsbezogenen Apps und wird immerhin noch von rund 5 Millionen Usern regelmäßig genutzt. Nicht ohne Grund, wie eine neue Studie nun festgestellt haben will - das AR-Spiel besitzt demnach nicht nur hohen Unterhaltungswert, sondern auch das Potenzial, ein Menschenleben "entscheidend" zu verändern.

Mehr Bewegung durch Monsterjagd - die Rechnung geht auf

Die Forscher der Universitäten London und Swansea wollen in Kooperation herausgefunden haben, dass Pokémon Go ein breites Spektrum der befragten Studienteilnehmer dazu veranlasst hat, körperlich aktiver zu sein. Klingt logisch, schließlich muss man sich auf der Suche nach neuen Monstern, Poké-Bällen und Arenen an unterschiedliche Orte in der Nähe begeben und sich dafür auch eine gewisse Zeit an der frischen Luft aufhalten.

Neue ortsbezogene mobile Apps wie Pokémon Go ermöglichen dynamischere Beziehungen zwischen der Real- und der Digitalwelt [...]

Dr. Michael Saker

Bewegung ist gut, frische Luft auch - Pokémon Go vereint beides und verspricht zudem einen gewissen Spielspaß. Diese Rechnung geht auf. Überdies soll das AR-Game vor allem körperlich beeinträchtigten Menschen dabei geholfen haben, ihr "tief verwurzeltes sesshaftes Verhalten zu überwinden", geht aus der Studie hervor.

Spieler gaben beispielsweise an, sich aktiv für einen Fußmarsch zur Arbeit entschieden zu haben, anstatt auf Verkehrsmittel zu setzen. Andere wiederum freuten sich darüber, dass ihnen der Mobile-Titel dabei half, Interessen mit Familienmitgliedern zu teilen. Was zunächst nur die Kids interessierte, konnte letztendlich auch die Eltern begeistern und half sogar dabei, technologische Gräben zu überwinden.

Pokémon Go schlägt Brücke zwischen Real- und Digitalwelt

"Unsere Forschung zeigt das sich verändernde Verhältnis zwischen dem realen Raum und der Überlagerung digitaler Informationen. Neue ortsbezogene mobile Apps wie Pokémon Go ermöglichen dynamischere Beziehungen zwischen der Real- und der Digitalwelt, und es ist genau diese Dynamik, die die Spieler immer wieder zurückbringt", resümierte der forschende Dr. Michael Saker in seiner Studienzusammenfassung.

Fassen wir also zusammen: Location-basierte Apps wie Pokémon Go oder 'Ghostbusters World' motivieren nicht nur zu mehr Bewegung, sondern steigern die Entdeckerlust und schaffen eine Art gemeinschaftliches Bewusstsein für die Nutzung von Medien und Technologie. Zumindest im Punkt Bewegung kann wohl kaum jemand gegen diese These ansprechen.

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