"Eine gute Nachricht, Freunde!"

Google integriert Sammlung guter Nachrichten in seinen Sprachassistenten

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Im Kampf gegen die sogenannte "Hoffnungslücke" setzt Google zukünftig auf eine Sammlung an Nachrichten, die vor allem eines sind: Positiv. Die lösungsorientieren Informationen können über Googles Sprachassistenten angefordert werden und sollen gegen eine Art Müdigkeit ankämpfen, die entsteht, wenn uns zu viele schlechte Neuigkeiten den Kopf vernebeln.

"Hey Google, erzähl mir doch bitte mal ein paar gute Nachrichten für zwischendurch!" Mit dieser etwas umformulierten Bitte können amerikanische Nutzer nun zukünftig dem Google-Sprachassistenten eine Antwort entlocken, wenn man vor lauter schlechter Neuigkeiten kaum noch positive Gedanken fassen kann. Das ist zumindest die Idee hinter der neuen Funktion, die sich unter anderem in den Smart-Speakern des Suchmaschinenkonzerns verbirgt.

Hey Google, tell me something good!

Google | YouTube

Google möchte uns also eine tägliche Sammlung an lösungsorientierten Nachrichten anbieten, um gegen ein ganz spezielles Problem vorzugehen - eine gewisse Hoffnungslosigkeit, die sich einstellt, wenn wir von negativen Informationen überflutet werden. Kein unbekanntes Phänomen, wie der Suchmaschinenkonzern in seinem dazugehörigen Erklärungsvideo aufzeigt. Denn je mehr 'Bad News' auf uns einprasseln, desto weniger erkennen wir Lösungsansätze zu deren Überwindung und fallen in die sogenannte "Hope Gap" – eine Hoffnungslücke, in der es uns nicht mehr gelingt, zwischen all den schlechten Neuigkeiten das Positive zu erkennen.

Google bietet lösungsorientierte Nachrichten an

Kennt ihr das nicht auch? Ihr seht euch die Nachrichten an und werdet mal wieder von einer schlechten Nachricht zur nächsten geleitet. "Es reicht langsam! Hier funktioniert aber auch gar nichts mehr. Es muss überall heilloses Chaos herrschen, bei dieser Nachrichtenlage..."

Manchmal ist man schlichtweg müde vor lauter schlechter Neuigkeiten und möchte nichts mehr hören - genug Probleme für einen Tag. Das Prinzip, an das Google mit seiner 'Good News'-Funktion ansetzt, versteckt sich auch ein Stück weit hinter der Art und Weise, wie wir mit unseren zahllosen Medienzugängen umgehen und diese Flut an Informationen filtern. Wir nutzen täglich zahlreiche Kanäle und Medienformate, um uns zu informieren. Nicht selten sind diese Infos negativer Natur, berichten beispielsweise von Unfällen, Katastrophen, dem fortschreitenden Klimawandel oder Konflikten zwischen Nationalitäten. Doch je mehr wir uns auf die Probleme konzentrieren, als auf mögliche Lösungsansätze, desto mehr steigt unsere Anfälligkeit für Ängste. Wir sind abgeschreckt, lassen und von schlechten Nachrichten einschüchtern und denken nicht mehr klar. Unser Kopf ist nicht mehr in der Lage, die positiven Aspekte gleichgewichtet zu erkennen und eine differenzierte Bewertung vorzunehmen. Wir lassen uns einschüchtern.

Gute Nachrichten sollen uns wieder an die Welt glauben lassen

Zukünftig möchte Google dieser Kopfmüdigkeit nun mit einer Sammlung an positiven Nachrichten entgegentreten, sofern man danach fordert. Sie sollen sich auf Veränderungen in der Welt konzentrieren und einem lösungsorientiertem Ansatz folgen (genannt "Lösungsjournalismus") – beispielsweise, wenn jemand aus einer Not eine Tugend macht, eine Lösung für ein Problem entwickelt oder ähnliches. Motivieren statt ängstigen und lähmen.

Die Initiative für die Funktion ging von der 'Solutions Journalism Network' aus (wie 'The Verge' berichtet), die zudem mit verschiedenen Tech-Unternehmen zusammenarbeitet, um unter anderem die Kommunikation im Internet zu verbessern.

Dass Google mit dieser Funktion nicht die Welt verändern wird, darüber ist sich das Unternehmen sicherlich bewusst. Allerdings ist dies ein Schritt in Richtung bildender Medienkompetenz für die Gesellschaft und eine Hilfe, die Dinge nicht immer von der negativen Seite aus zu betrachten.

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