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Bilder des 20. Jahrhunderts

Google KI hat aufgeräumt: Stöbert durch das Bildarchiv des LIFE Magazins

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Foto von Dennie Beneke

von Dennie Beneke (@debeneke)-

Während sich ein Großteil des 'LIFE Magazin'-Bildmaterials bereits kostenlos im Netz befindet, war eine geordnete Suche durch die knapp 4 Millionen Bilder bislang kaum möglich. Die KI des 'Google Arts & Culture Labs' nahm sich dieser Herausforderung nun an und indexierte das Archiv ohne menschliche Hilfe.

Spätestens seit der Verfilmung des "erstaunlichen Lebens des Walter Mitty" erlebt das verstorbene 'LIFE Magazine' einen neuen Schwung an Bekanntheit. Über ein Jahrhundert lang prägten bildgewaltige Reportagen den Stil der unterschiedlichen Publikationen, bevor eines der bedeutsamsten amerikanischen Fotojournalismus-Magazine um die Jahrtausendwende herum eingestellt wurde.

Bereits zu diesem Zeitpunkt begann Google in Kooperation mit dem US-Medienkonzern 'Time Warner' die Fotobestände kostenfrei im Internet zur Verfügung zu stellen – zu wertvoll und zu kulturell bedeutsam, um sie der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Rund 4 Millionen Fotos aus dem Archiv des LIFE Magazins sind seitdem abrufbar, doch durch den schieren Umfang gestaltet sich das Erforschen dieser unüberblickbar großen Sammlung als durchaus schwierig.

Zum Glück gibt es eine Menge kreativer Köpfe und Nebenprojekte im Kosmos des Suchmaschinenriesen, weshalb sich das 'Google Arts & Culture Lab' der Aufgabe annahm, die virtuelle Lagerhalle voll mit Bildern zu katalogisieren. Doch wieso selbst machen, wenn man diese Aufgabe auch in die vertrauensvollen Hände einer KI legen kann?

LIFE Tags – ohne menschliche Hilfe zum kategorisierten Bildarchiv

"Das Experiment 'LIFE Tags' verwendet Googles Computer-Vision-Algorithmus zum Scannen, Analysieren und Markieren aller Fotos aus dem Archiv der Zeitschrift - vom A-Linien-Kleid bis zum Zeppelin", beschreibt der Blog-Eintrag den Vorgang der Katalogisierung. Mithilfe von Deep-Learning und tausenden vollautomatisch erstellten Etiketten arbeitete sich die KI durch das Archiv, wobei es Foto um Foto anordnete – ohne menschliche Hilfe.

Am Mittwoch startete die Webseite dann inmitten von Googles anderen 'Arts Culture Experiments' und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die neue Webseite erleichtert die Verwendung, organisiert relevante Fotogruppen, enthält unter anderem den Namen des Schöpfers, den Titel des Bildes und weitere interessante Informationen. Allerdings ist die Suche im Vergleich zur ursprünglichen Archivseite bislang sehr langsam und lädt dementsprechend. Zum Zeitpunkt unserer Recherche gelang uns ein Zugriff auf 'LIFE Tags' nur über das Smartphone – mehr schlecht als recht.

Darüber hinaus berichtet der Webableger des Fortune-Magazines über einige skurrile Ergebnisse der KI, die nicht alltäglich gebräuchliche Wortschöpfungen kreiert und mitunter auch gerne mal reinen Blödsinn zusammenführt. Als Beispiel führt Fortune unter anderem (wörtlich übersetzt) den Begriff "Identitätsdokument" an, in dessen Kategorie man neben Pässen und Bahntickets auch ein Foto von Paul McCartney findet, der einen Grammy hält. Ein anderes Beispiel beschreibt die Kategorie "Beton", in der Suchende neben Straßenbelag auch ein Foto von einem Grabstein und ein Bild finden, auf dem ein Mann eine Schlange jagt.

Schlussendlich sind die Ergebnisse für die Mitarbeiter am Projekt allerdings zufriedenstellend und erleichtern die Suche durch das LIFE –Archiv durchaus. Wer jetzt Lust bekommen hat, durch die in Bildern eingefangenen "kultigsten Momente des 20. Jahrhunderts" zu stöbern, findet das 'LIFE Tags'-Experiment hier.

Quelle: fortune.com

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