Wo ein Schaf, da auch ein Weg

Google Sheepview: Färöer setzen beim Online-Kartendienst auf Kamera-Schafe

Foto von Dennie Beneke

von Dennie Beneke (@debeneke)-

Kreativität zahlt sich aus: Wenn Google nicht auf die Färöer kommt, um die Inselgruppe in 'Street View' aufzunehmen, macht man es eben selbst. Mit Schafen... Kamera-Schafen.

Als Angestellter des Tourismusverbands der Färöer hat man es nicht leicht. Die autonome Inselgruppe im Nordatlantik ist geografisch gesehen unbedeutend klein und wird aus sportlichen Gesichtspunkten eher müde belächelt, wenn die deutsche Nationalmannschaft zu Qualifikationsspielen in den Flieger steigt. Landschaftlich gesehen lassen es sich die Färöer aber nicht nachsagen, "unbedeutend" zu sein, denn obwohl es auf den Inseln mehr Schafe als Einwohner gibt, halten die unterschiedlichen Regionen einige Sehenswürdigkeiten für Urlauber bereit.

Kein Wunder also, dass auch der örtliche Tourismusverband gerne auf die Vorzüge seines Eilands hinweist, schließlich gibt es eine Menge zu entdecken. Dabei hätten die Verantwortlichen gerne auf die Mithilfe modernster Technik gesetzt, wie sie Google bereits seit Jahren losschickt, um die Straßen dieser Welt digital zu kartografieren. Doch anscheinend lagen die abgeschiedenen Inseln etwas zu weit weg vom Schuss für den Suchmaschinenriesen. Wenn Google Street View also nicht zu den Färöern kommt, machen sich die Färöer eben ihr ganz eigenes "Sheepview".

Sheepview: Auf die Schafe! Fertig! Los!

Insgesamt stattete die Färöerin Durita Andreassen fünf Schafe mit 360-Grad-Kamerasystemen inklusive kleiner Solarzellen aus, in dem sie ein Haltesystem auf dem Rücken der Tiere befestigte. Die nicht ganz freiwilligen Helfer hatten anscheinend kein Problem damit, für Andreassen auf Entdeckungstour zu gehen - munter tapsten die Vierbeiner los und lieferten eindrucksvolle Aufnahmen der Insel. Im Anschluss wurde das aufgenommene Videomaterial samt GPS-Koordinaten auf Google Street View hochgeladen, was den Konzern auf den Plan rief.

Das als Marketing-Gag gestartete Projekt war ein voller Erfolg und bescherte den Insulanern die nötige Aufmerksamkeit, damit Google sein Kameraequipment auf die Inseln schickte. Zusammen mit zahlreichen Freiwilligen gelang es im Anschluss, die Färöer "abzufilmen", sodass Google am 1. November offiziell verkündete, dass nun auch die Färöer auf StreetView vertreten sind.

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