Zitate statt Internetquellen

Google Talk to Books: Suchmaschine beantwortet Fragen mit Buchzitaten

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Dennie Beneke

von Dennie Beneke (@debeneke)-

Google hat ein neues KI-Experiment auf uns losgelassen, mit dem wir quasi "mit Büchern sprechen" können. Die Suchmaschine 'Talk to Books' greift auf einen gewaltigen Bücherdatenbestand zurück, um auf eure Fragen mit einem passenden Zitat zu antworten. Im Hintergrund arbeitet ein mitlernender Algorithmus.

Google ist ein wahrer Tausendsassa, der seine Fühler in fast alle Bereiche von Internet- und Tech-Forschung ausstreckt, um ja nirgends den Anschluss zu verlieren. Lieber Vorreiter sein - Geld und Entdeckungsdrang sind dafür sicherlich genügend vorhanden. Hier ein paar AI-Experimente, dort ein Betriebssystem für die hauseigenen Smartphones, gerne auch mal ein Voice-Assistent und smarte Haushaltsgeräte für die Zeit, in denen Leute gerade mal nicht an Smartphone oder Computer hängen. Kerngeschäft ist und bleibt allerdings die Suchmaschine - so viel ist sicher - und deren Weiterentwicklung durch die Verarbeitung von Sprache.

Mit 'Talk to Books' hat Google nun im Zuge seiner 'Semantic Experiences' eine neue Suchmaschine präsentiert, mit der man auf Textpassagen von rund 100.000 Büchern zugreifen kann. Doch obwohl das Suchfeld auf den ersten Blick dem der herkömmlichen Google-Suche ähnelt, experimentiert man hier besser mit kompletten Fragestellungen – je ausführlicher ihr diese formuliert und je mehr Schlagwörter ihr verwendet, desto genauer die Antworten. Zugrunde liegt hier ein maschinell lernender Algorithmus, der aus einem Datenbankbestand eine passende Antwort sucht.

Oberfläche von Google Talk to Books mit Erklärungstext

Auf der Startseite von Googles 'Talk to Books' klärt uns die Suchmaschine über den richtigen Umgang auf.

(Screenshot)  books.google.com 

Trefferliste der Suchmaschine Google Talk to Books

Was ist der Sinn des Lebens? Die Trefferliste ist lang, das gewünschte Ergebnis bleibt leider aus. Die richtige Antwort ist 42.

(Screenshot)  books.google.com 

Oberfläche von Google Talk to Books mit Erklärungstext

Auf der Startseite von Googles 'Talk to Books' klärt uns die Suchmaschine über den richtigen Umgang auf.

(Screenshot)  books.google.com 

Trefferliste der Suchmaschine Google Talk to Books

Was ist der Sinn des Lebens? Die Trefferliste ist lang, das gewünschte Ergebnis bleibt leider aus. Die richtige Antwort ist 42.

(Screenshot)  books.google.com 

Google Talk to Books zieht Suchergebnisse aus Play Books

'Talk to Books' antwortet demnach auf konkret gestellte Fragen mit Passagen aus Büchern, bislang aber ohne Rücksicht darauf zu nehmen, in welchem Zusammenhang das Buchthema mit der Frage steht. Dies soll dem frühen Stadium des Projekts geschuldet sein. Zukünftig könnte der mitlernende Algorithmus diesen Umstand aber in den Griff bekommen, um Suchenden direkte Autorenzitate statt Internetquellen zu liefern.

Die Ergebnisse zieht die Suchmaschine aus den digitalisierten Kopien von Google 'Play Books', weshalb nach erfolgreicher Suche ein entsprechender Link zum Erwerb des Buchs natürlich nicht fehlen darf. Vorab gibts dann auch noch eine kurze Leseprobe, bislang allerdings nur in Englisch – sowohl 'Talk to Books' als auch die Quellen sind ausschließlich in englischer Sprache gehalten. Ob Google das KI-Experiment in andere Sprachen überträgt, hängt wohl vom Erfolg der unkonventionellen aber durchaus interessanten Suchmaschine ab.

Hier erfährst du mehr über: Google und Künstliche Intelligenz

Sag uns deine Meinung!