Projekt Maven, anyone?

Google verändert 'don't be evil'-Leitsatz inmitten turbulenter Zeiten

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Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Google musste in letzter Zeit viel Kritik einstecken: Nicht nur liegt man mit dem Pentagon im Bett, man ignorierte auch einen offenen Protestbrief der Mitarbeiter und präsentierte mit Duplex ein KI-Format, das den Leuten Angst macht. Jetzt hat man in Mountain View auch noch den 'don't be evil'-Leitsatz gekürzt. Schlechte Zeichen für die Zukunft?

Google hat ein Problem. Das Problem hat auch einen Namen: Es heißt 'Projekt Maven'. Dahinter verbirgt sich ein Deal zwischen Google und dem Pentagon, also dem US-Verteidigungsministerium, in dessen Rahmen man den Militärs die hauseigene KI-Plattform 'TensorFlow' zur Verfügung stellt. Damit können Drohnenbilder von Algorithmen ausgewertet, bewertet und weiterverarbeitet werden, um autonomen Waffen in Zukunft Feuerentscheidungen zu ermöglichen.

Das ist der erste Schritt hin zur Militarisierung einer der leistungsstärksten KIs der Welt - Google ist Spitzenreiter in der Forschung. Über 5.000 Mitarbeiter des Konzerns schrieben daraufhin einen offenen Brief an die Leitung des Mutterkonzerns 'Alphabet' und Google-CEO Sundar Pichai, damit das Projekt eingestellt wird. Das lehnten beide ab und reagierten nur am Rande auf die Forderungen und deren Begründungen. Viele Mitarbeiter warfen daraufhin das Handtuch und verließen das Unternehmen. Der PR-Schaden ist enorm.

Änderung des Leitsatzes - zur denkbar schlechtesten Zeit

US Teenager mit Fahnen in der Hand

Projekt Maven ist in den USA umstritten. Die einen sehen es als patriotische Pflicht Googles, mit dem Pentagon zu kooperieren, die anderen fürchten um Googles moralische Integrität - besonders die Mitarbeiter.  

Quelle: (LightField Studios)  Shutterstock.com 

US Teenager mit Fahnen in der Hand

Projekt Maven ist in den USA umstritten. Die einen sehen es als patriotische Pflicht Googles, mit dem Pentagon zu kooperieren, die anderen fürchten um Googles moralische Integrität - besonders die Mitarbeiter.  

Quelle: (LightField Studios)  Shutterstock.com 

Jetzt, kurz nach dem Trubel um Projekt Maven, änderte Google still und heimlich seinen Leitsatz. Wo vorher noch ein langer Absatz darüber stand, dass Google-Mitarbeiter sich ethisch, gesetzeskonform und ehrenhaft verhalten sollten, steht jetzt nur noch, dass sie nicht böse sein und sich melden sollten, falls ihnen etwas "nicht richtig" vorkomme. Das haben sie ja auch getan mit ihrem offenen Brief - nur leider, ohne gehört zu werden. Googles Mutter-Holding 'Alphabet' änderte 'don't be evil' schon vor mehreren Jahren zu 'do the right thing'. Das kann natürlich äußerst weit ausgelegt werden und lässt jede Menge Spielraum für Interpretationen, was ganz im Sinne der heutigen Konzernleitung sein dürfte. Experten befürchten schon länger eine Militarisierung moderner KI-Technologien und Googles jüngste Machenschaften dürften sie nicht gerade beruhigen.

Quelle: Googlewatchblog

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