Die Zeit der böswilligen Streiche ist vorbei

Google verbannt gefährliche und bösartige 'Pranks' von YouTube

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Wer kennt sie nicht, die berühmt-berüchtigten 'Challenges' auf YouTube, bei denen sich mehr oder weniger bekannte Stars und Influencer mit lustigen und hin und wieder auch abstrusen Herausforderungen gegenseitig auf den Arm nehmen. Doch wenn aus harmlosen Streichen plötzlich unkontrollierbare Pranks werden, bei denen Menschen zu Schaden kommen, hört der Spaß auf.

Auf der Video-Plattform YouTube gibt es Streiche - mittlerweile besser bekannt als Pranks -, bei denen es ausschließlich darum geht, die Zuschauer mit allerlei Schabernack zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Und es gibt die bekannten Herausforderungen, wie beispielsweise die sogenannte 'Ice Bucket Challenge', bei der es für einen guten Zweck darum geht, sich vor laufender Kamera einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf zu schütten – ebenfalls eine eher witzige Angelegenheit.

Allerdings gibt es inzwischen immer mehr Pranks, die nicht nur an die Grenze des guten Geschmacks, sondern zum Teil leider auch weit darüber hinaus gehen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die 'Birdbox Challenge', bei der man sich - inspiriert von dem gleichnamigen Netflix-Film - die Augen verbindet und so beispielsweise versucht von A nach B zu kommen. In den Vereinigten Staaten hatte dieser 'Spaß' vor kurzem allerdings einen schweren Unfall zur Folge, der beinahe Menschenleben gekostet hat.

Google verbietet gefährliche und emotional belastende Pranks

Da solche Unfälle, die in jüngster Vergangenheit auch immer wieder Verletzungen an Leib und Seele zur Folge hatten, häufig zu hitzigen Diskussionen geführt und YouTube somit auch indirekt unter Druck gesetzt haben, hat sich Google nun dazu entschlossen, dem Treiben ein Ende zu setzen. Wie der Konzern offiziell mitteilte, sind Clips, die gefährliche Pranks darstellen, ab sofort untersagt und werden rigoros gelöscht. Allerdings kann sich die Durchsetzung dieses Vorhabens als recht kompliziert erweisen. Zum einen müssten pro Tag schier unzählige Videos unter die Lupe genommen werden. Zum anderen herrscht noch Unklarheit darüber, was in diesem Fall tatsächlich als schädlich und gefährlich angesehen werden kann.

YouTube ist die Heimat vieler beliebter viraler Herausforderungen und Streiche

Laut einer Stellungnahme seitens Google verbieten die neuen Community-Richtlinien "Inhalte, die gefährliche Aktivitäten fördern, die zu ernsthaften Schäden führen können", sowie "Streiche mit einer wahrgenommenen Gefahr einer schweren Körperverletzung". Die bereits genannte 'Birdbox Challenge' würde demnach also nicht zwangsläufig sofort gelöscht, da es sich nicht um ein direkt erkennbares Risiko handelt. Ebenso sollen Videos entfernt werden, in denen den Betroffenen vorgegaukelt wird, sie seien in ernster Gefahr, obschon keine wirkliche Bedrohung besteht. Damit möchte Google vor allem Kinder vor emotionalen Problemen und traumatisierenden Erlebnissen schützen.

Stirbt der gesunde Menschenverstand aus?

Google ist also sichtlich bemüht, der potentiellen Gefährdung durch übertriebene Prank-Videos einen Riegel vorzuschieben. Doch sind dem US-amerikanischen Unternehmen dabei auch Grenzen gesetzt, die sich zum Teil nur schwerlich identifizieren und umgehen lassen. Genau hier sollte dann eigentlich der gesunde Menschenverstand einsetzen, "sollte". Denn wenn es alle machen, "Was kann da schon passieren?!" Dieser Trugschluss hat vor einiger Zeit jedoch zu schweren Vergiftungen geführt, da es zahlreiche Menschen als spaßig empfanden, in quietschbunte Pads verpacktes Waschmittel zu konsumieren.

Neben Google haben mittlerweile auch andere Unternehmen, wie zum Beispiel 'Procter & Gamble' oder Netflix mit sogenannten Sensibilisierungs-Kampagnen begonnen, die den Menschen aufzeigen sollen, dass selbst lustig gemeinte Challenges und Pranks ziemlich böse enden können, wenn man nicht über die möglichen Folgen nachdenkt.

Quelle: bbc.com

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