100 Anzeigen pro Sekunde

Googles Kampf gegen "Bad Ads" – 3,2 Milliarden Anzeigen entfernt

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Google treibt den Kampf gegen schlechte Anzeigen und Inhalte voran. In seinem alljährlichen 'Bad Ads'-Report ließ es sich der Suchmaschinenriese nicht nehmen, auf die sich stets verbessernden Erkennungstechniken und die Zahlen dahinter zu verweisen. Allein im Jahr 2017 entfernte Google 3,2 Milliarden Anzeigen, die als schädlich, irreführend und anstößig eingestuft wurden.

Werbung ist für das Internet immer noch ein unverzichtbares Standbein, auf das auch Googles Geschäftsmodell basiert. Damit Webseiten, Inhalte oder Tools "kostenlos" angeboten werden können, bedarf es – sofern dieses Modell des kostenlosen, werbefinanzierten Internets nicht irgendwann mal durch Nutzer und Anbieter auf den Kopf gestellt wird – weiterhin dieser Finanzierungsmethode. Vor allem Publisher, Suchmaschinen und jeder, der in dieses Medium Arbeit investiert, ist darauf angewiesen. Nutzer hingegen sind auf vielerlei Arten und Weisen schlichtweg genervt von Werbeeinblendungen, was nicht zuletzt auch an den zahlreichen negativen Werbeanzeigen liegt, die Webseitenbesucher auf betrügerische oder Malware-beladene Websites leiten.

Aber um mit Google-Anzeigen Geld zu verdienen, müssen Sie sich an Regeln halten - das bedeutet, dass Sie die Nutzererfahrung mehr respektieren als die Anzeigen.

Scott Spencer | Google Blog

Für Google selbst ist es also ein dementsprechend wichtiges Anliegen, seine Werbe-Vertriebsplattformen AdWords und AdSense von Anzeigen und Webseitenverweisen zu befreien, die dem Nutzer bei seiner Suche im Netz aufs Kreuz legen wollen. Schließlich verantwortet Google diese Form der Online-Werbung und steht deshalb aus reinem Selbsterhaltungstrieb schon vor der Notwendigkeit, weiter an der Qualität von Anzeigen und dem Erkennen von schlechten Inhalten zu schrauben.

Das dieses Vorhaben immer weiter Form annimmt, soll nun der wiederkehrende 'Trust & Safety in Google Ads in 2017' -Bericht des Suchmaschinenanbieters – auch bekannt als 'Bad Ads'-Report – verdeutlichen. Dieser dokumentiert Jahr für Jahr die Erfolge im Kampf gegen schlechte Anzeigen und Inhalte.

3,2 Milliarden Anzeigen löschte Google 2017

Demnach hat Google allein im Jahr 2017 rund 3,2 Milliarden Anzeigen entfernt, die als schädlich, irreführend und anstößig gewertet wurden und somit gegen die Richtlinien des Netzwerks verstoßen. Im Gegensatz zum Vorjahr demnach fast doppelt so viele Anzeigen, waren es noch 1,7 Milliarden. Darüber hinaus fielen Googles stetigen Optimierungen am Werbenetzwerk noch weitere Inhalte zum Opfer:

  • 320.000 blockierte Publisher. Zum Vergleich: 2016 waren es 100.000
  • 90.000 Websites und 700.000 mobile Apps fielen wegen Verletzungen der Inhaltsrichtlinien aus der Suchmaschine
  • 12.000 Webseiten wurden geblockt, weil sie Inhalte anderer Seiten kopierten
  • 7.000 Adwords-Konten und 1.400 Websites wurden gesperrt, weil sie Tabloid-Cloaking betrieben – Nutzern also Bannern mit vermeintlichen Schlagzeilen präsentierten, um sich als Nachrichten-Websites zu platzieren
  • 130 Millionen Anzeigen fielen wegen Missbrauch aus dem Raster – entweder wegen schädlicher Aktivitäten oder weil das Klicken auf Malware-infizierte Webseiten weiterleitete
  • 400.000 Websites wurden entfernt, weil sie Malware enthielten

Kommt Google trotz der stetigen Verbesserungen überhaupt noch nach?

Google führt in seinem 'Bad Ads'-Report noch einige weitere Erfolge im Kampf gegen Probleme und Anzeigenbetrug auf, die detailliert auf die oben aufgeführten Punkte eingehen. Unterm Strich verweist das Unternehmen damit auf die neuen Mittel und Wege, um der ansteigenden Problematik beim Anzeigen- sowie Malware-Betrug Herr zu werden.

Wir aktualisieren ständig unsere Richtlinien, wenn neue Bedrohungen auftauchen. Letztes Jahr haben wir 28 neue Richtlinien für Werbetreibende und 20 neue Richtlinien für Publisher hinzugefügt

Scott Spencer | Google Blog

Demnach entfernt das Unternehmen rund 100 "Bad Ads" pro Sekunde, um regulären Publishing-Partnern im Gegenzug insgesamt 12,6 Milliarden US-Dollar für das zurückliegende Jahr zu überweisen. Die Verbesserung der Kontrollabläufe ist also offensichtlich.

Dennoch wirft das Online-Portal TechCrunch die Frage auf, in welchem Verhältnis diese Erfolge im Vergleich zu der deutlich rasanter wachsenden Anzahl an Webseiten, Apps und Anzeigen stehen. TechCrunch geht sogar davon aus, dass das prozentuale Verhältnis rausgefischter "schlechter Anzeigen" sogar sinken könnte – belegen lässt sich dies allerdings schwerlich.

Sicher ist nur, dass Google schon aus Eigeninteresse stetig daran arbeitet, das Internet nach seinen Vorstellungen sauberer zu machen. Dem 'Bad Ads'-Report zufolge scheint der Suchmaschinenbetreiber die richtigen Hebel in Bewegung zu setzen – auch wenn wir noch weit davon entfernt zu sein scheinen, dass uns schädliche, irreführende und anstößige Anzeigen und Webseiten über den Weg laufen. Die Konkurrenz schläft halt nicht.

Quelle: techcrunch.com

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