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Fake-News sind Sorgenthema in Mozilla-Studie

Großteil deutscher Internetnutzer bezweifelt Medienkompetenz anderer User

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Die Mehrheit der Internet-Nutzer in Deutschland traut ihren Mitmenschen offensichtlich nicht allzu viel zu: In einer Umfrage von Mozilla und dem Marktforschungsunternehmen Ipsos gaben 73 Prozent der Teilnehmer an, dass sie sich über die mangelnde Fähigkeit anderer Nutzer sorgen würden, Fake-News von echten Nachrichten unterscheiden zu können.

Was besorgt die Menschen am meisten im Internet? Dieser Frage ist eine Ipsos-Studie im Auftrag des Browser-Herstellers Mozilla auf den Grund gegangen. In der Untersuchung haben über 2.000 Erwachsene aus Deutschland und den USA insgesamt 21 Fragen beantworten müssen, die thematisch um die Bereich Datenschutz, Überwachung, Mobbing und den generellen Umgang mit dem Medium Internet kreisten.

Viele haben Angst vor Mobbing

Mozilla-Studie zur Internetnutzung

Fast drei Viertel der Deutschen trauen anderen Nutzern nicht zu, zwischen Fake-News und echten Nachrichten unterscheiden zu können.  

Quelle:  Mozilla / Ipsos 

Mozilla-Studie zur Internetnutzung

Fast drei Viertel der Deutschen trauen anderen Nutzern nicht zu, zwischen Fake-News und echten Nachrichten unterscheiden zu können.  

Quelle:  Mozilla / Ipsos 

Wichtig ist den Deutschen offenbar unter anderem das Thema E-Bullying: Etwa zwei Drittel der Befragten, sowohl in den USA als auch in Deutschland, fürchten sich laut Studie vor Mobbing im Internet. Auch bei Privatsphäre-Richtlinien sind sich hiesige und US-amerikanische Nutzer einig: 78 Prozent der Teilnehmer finden, dass diese Unternehmen zu sehr begünstigen. Interessant ist aber vor allem eine Frage, in der die Probanden zum Thema Fake-News aussagen sollten. Demnach sind 73 Prozent der Deutschen und sogar 83 Prozent der Amerikaner über die mangelnde Fähigkeit von Nutzern besorgt, Falschnachrichten von echten News zu unterscheiden.

Fake-News: Sind die anderen Schuld?

Der Teufel liegt hier im Detail: Es wurde nicht etwa gefragt, wie besorgt man sei, selbst Opfer von Fehlinformation zu werden. Die Rede ist konkret von "Nutzern" (im engl. Original der Studie "People") - und damit sind nun mal die anderen User gemeint. Ob dies eine Schluderei bei der Ausformulierung und die Frage eigentlich ganz anders gemeint war? Unwahrscheinlich: Ipsos ist eines der weltweit führenden Marktforschungsinstitute und würde sich einen derartigen Anfängerfehler kaum erlauben.

Zumindest haben Mozilla und Ipsos - vorausgesetzt die Teilnehmer haben die Frage größtenteils korrekt verstanden - damit eine überraschende Erkenntnis zu Tage gefördert: Offenbar ist der gängige Tenor unter einem Gros der Internetnutzer: Fake News sind schlimm - aber noch schlimmer sind diejenigen, die sie glauben.

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