Sind alle Paprikas gleich?

Grün, gelb, rot: Dieser Paprika-Tweet geht viral

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Damit hatte die Lifystyle-Bloggerin 'Amy' wohl nicht gerechnet: Ihre auf Twitter geteilte Erkenntnis, dass alle roten und gelben Paprikas mal grün gewesen sind, ist inzwischen unglaubliche 53.000 Mal retweetet worden. Aber was stimmt denn nun? Sind alle Paprikas gleich? Egal ob grün, gelb oder rot? Nicht ganz.

Hin und wieder besorgt man sich ja durchaus auch mal Gemüse im Supermarkt. Und ich meine jetzt nicht ein Netz Zwiebeln, sondern so richtig knackiges, frisches Grünzeug. Ziemlich beliebt (bei mir jedenfalls) sind diese Dreierpackungen mit Paprika, in denen sich immer ein grünes, ein gelbes und ein rotes Exemplar befinden. Die grünen sind etwas herber, die roten süßlich. Aber: Sind das eigentlich drei verschiedene Sorten Paprika oder nur unterschiedlich lang gereifte? Ziemlich egal, sollte man meinen. Hauptsache, es schmeckt. Unzählige Twitter-User sehen das aber offenkundig vollkommen anders.

Denn innerhalb weniger Tage sorgte eine leidlich steile These der Lifestyle-Bloggerin 'Amy' für überwältigende Resonanz: Sie habe herausgefunden, dass grüne Paprika erst gelb, dann orange und schließlich rot werden. Es seien also keinesfalls verschiedenen Sorten, sondern immer die gleiche, nur mit unterschiedlichen Reifegraden. Sensationell. Doch wie dem auch sei: Amy hat damit einen Nerv bei den Twitter-Usern getroffen. Über 2.000 Antworten gibt es in dem Thread, sagenhafte 53.000 Mal ist der Gemüse-Tweet bisher geteilt worden. Aber hat sie auch Recht mit ihrer Behauptung?

Alle gleich: Stimmt Amys Paprika-Behauptung?

Wir bei Netz.de sind ja auch nicht gerade Botaniker. Trotzdem, nach ein wenig Recherche lehnen wir uns jetzt mal ganz weit aus dem Fenster: Grundsätzlich hat Amy Recht. Farbige, also zum Beispiel gelbe, orange oder rote Paprika (weiße gibt es übrigens auch), sind allesamt mal grün gewesen. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Paprika schon zum Verzehr geeignet, genauer betrachtet aber noch unreif, also noch nicht bereit zum Keimen. Die Paprika befindet sich sozusagen noch im Wachstum.

Wachsen können Pflanzen aber nur per Photosynthese, also mit der Hilfe der Energie aus dem Sonnenlicht. Dafür brauchen sie Chlorophyll und das ist, ihr ahnt es, grün. Ist die Paprika reif, wird dieser Stoff nicht mehr gebraucht, woraufhin er in verschiedenfarbige Pigmente zerfällt - also in gelbe, rote, violette und so weiter. Insofern liegt die Bloggerin also durchaus richtig. Unrecht hat Amy allerdings an folgender Stelle: Im reifen Zustand verschiedenfarbige Paprika sind tatsächlich auch genetisch verschieden und keineswegs von der gleichen Sorte, sie waren im unreifen Zustand nur eben alle grün und für das ungeübte Auge somit nur schwer zu unterscheiden.

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