Potz Blitz!

Heil Twitter! Keine blauen Häkchen mehr nach verifiziertem Nazi-Account

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Potz Blitz! Da hat sich Twitter ja ein ziemliches Ei gelegt: Erst verifiziert der Kurznachrichtendienst den Account des White-Supremacists 'Jason Kessler' und tituliert selbigen damit unfreiwillig als für die Öffentlichkeit interessant. Dann, nachdem der Vorfall einen Shitstorm ausgelöst hatte, zieht Twitter die Reißleine und stoppt die Verteilung der begehrten blauen Häkchen vollständig.

Blaue Häkchen auf Twitter haben im Grunde genommen nur einen Zweck: Sie sollen anzeigen, dass derjenige, der den Account betreibt, auch derjenige ist, der er oder sie zu sein vorgibt. Aber: Eine derartige Sonderbehandlung bekommt bei dem Kurznachrichtendienst bei Weitem nicht jeder. Nur Accounts, die Twitter als besonders einflussreich in Bereichen wie Religion, Politik, Sport und so weiter erachtet, werden überhaupt dafür in Betracht gezogen. Diese implizite Aufwertung der Inhalte des Twitter-Accounts ist den Verantwortlichen des Dienstes jetzt um die Ohren geflogen.

Umstrittener Account behält Privileg, alle anderen warten

Denn der Account des bekannten Rechtsradikalen 'Jason Kessler' darf seit Kurzem einen der begehrten Häkchen tragen - woraufhin sich auf Twitter ein massiver Shitstorm zusammenbraute. Wie Spiegel Online berichtet, sei dieser maßgeblich durch den US-amerikanischen 'Michael Ian Black' entfacht worden, der in seinem Tweet drohte, deswegen sein Twitter-Konto aufzulösen.

Der Schauspieler, Drehbuchautor und Comedian Michael Ian Black ist von der Verifizierung des umstrittenen Accounts ziemlich angefressen.

Quelle: (Michael Ian Black) Twitter

Der Schauspieler, Drehbuchautor und Comedian Michael Ian Black ist von der Verifizierung des umstrittenen Accounts ziemlich angefressen.  

Quelle: (Michael Ian Black) Twitter

Twitters Reaktion darauf folgte auf dem Fuße: In einer Nachricht des Supports räumt der Dienst ein, dass die Art und Weise, wie Twitter die blauen Häkchen verteilt, tatsächlich zu Missverständnissen führe könne. Daher habe sich der Dienst entschlossen, sämtliche derzeitigen Authentifizierungsprozesse bis auf Weiteres auf Eis zu legen. Wer derzeit also gerade auf eine Freigabe wartet, kann dies noch lange tun. Jason Kessler aber hat bis jetzt noch keine Konsequenzen davontragen müssen - hinter seinem Namen prangt der blaue Haken nach wie vor.

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