Windows Defender blockt Drittanbieter

"Ich habe genug!" Eugene Kaspersky über die 'Machenschaften' von Microsoft

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Microsofts hauseigene Sicherheits-Software, der Windows Defender, entfernt bei vielen Gelegenheiten gerne mal Anti-Malware-Programme von Drittanbietern. Verständlicherweise sind diese von der Vorgehensweise nicht sonderlich begeistert. Allen voran Eugene Kaspersky, der in einem Blog-Post klar Stellung bezieht.

Hinweis von Windows 10 über entfernte Apps

Im Zuge eines Upgrades entfernt Microsoft automatisch nicht kompatible Apps, darunter gerne die Produkte von Drittanbietern.  

Quelle: (Screenshot)  Eugene Kaspersky 

Hinweis von Windows 10 über entfernte Apps

Im Zuge eines Upgrades entfernt Microsoft automatisch nicht kompatible Apps, darunter gerne die Produkte von Drittanbietern.  

Quelle: (Screenshot)  Eugene Kaspersky 

"Microsoft belegt auf elegante Weise Nischenmärkte, indem unabhängige Entwickler verdrängt werden und bieten den Usern eigene Produkte an, die in keiner Weise besser sind", äußerte sich Eugen Kaspersky, Gründer des gleichnamigen Software-Unternehmens. In den letzten 17 Jahren hat sich der Entwickler von Anti-Viren-Software, Internet-Security-Suites und Passwort-Managern an die Spitze des globalen Marktes gekämpft.

Ein solcher Aufstieg ist jedoch mit der Überwindung diverser Hürden verbunden und eine davon ist Kaspersky anscheinend ein ganz besonderer Dorn im Auge: Das Verhalten des Windows 10 Betriebssystems in Bezug auf Produkte von Drittanbietern. Anders ist die durchaus deutliche Stellungnahme kaum zu werten. Ein Beispiel: Beim Upgrade auf Windows 10 wird in einigen Fällen die Anti-Virus-Software von Drittanbietern ohne Vorwarnung deaktiviert und im gleichen Zuge der Windows Defender aktiviert – selbst dann, wenn der User die Option ausgewählt hat, persönliche Daten und Apps behalten zu wollen.

Schlupflöcher zur Aktivierung des Defenders

Gerechtfertigt wird dies damit, dass es sich um "inkompatible" Software handele, die aus Sicherheitsgründen deaktiviert werden müsse. Dahinter steckt anscheinend jedoch mehr, als der Wunsch, den User zu schützen. Laut Eugene Kaspersky gebe Microsoft unabhängigen Entwicklern teilweise nur eine Woche Zeit, ihre Software-Produkte auf ein neues OS abzustimmen. Ein Zeitraum, der für vollumfängliche Anpassungen nur schwer realisierbar erscheint.

Hinweis von Windows 10 über entfernte Apps

Der Warnhinweis, dass der Windows Defender nicht aktiviert ist, dürfte viele User verunsichern. Ein Button, um direkt von der Drittanbieter-Software zum Microsoft-Tool zu wechseln, folgt direkt auf die "Sicherheitswarnung".  

Quelle: (Screenshot)  Eugene Kaspersky 

Hinweis von Windows 10 über entfernte Apps

Der Warnhinweis, dass der Windows Defender nicht aktiviert ist, dürfte viele User verunsichern. Ein Button, um direkt von der Drittanbieter-Software zum Microsoft-Tool zu wechseln, folgt direkt auf die "Sicherheitswarnung".  

Quelle: (Screenshot)  Eugene Kaspersky 

Ist das Drittanbieter-Programm kompatibel zur neuesten Windows 10 Version, zeigt der Defender in einigen Fällen zudem noch einen Warnhinweis in einem Pop-up-Fenster an, dass der Defender nicht aktiv ist. Damit soll der User animiert werden, wieder auf Microsofts hauseigenes Produkt zu wechseln. Abgerundet werde die Strategie mit dem systematischen Verstecken von Hinweisen darauf, dass die Lizenz von Drittanbieter-Produkten bald auslaufe. Denn ist sie "unauffällig" ausgelaufen, springt abermals der Windows Defender automatisch ein.

Ähnliches ist von der Nutzung des Chrome-Browsers bekannt, den Microsoft ebenfalls versuchte, mit automatischen Meldungen zu unterdrücken. Beispielsweise poppten Hinweise auf, dass der Chrome-Browser zu viel Energie verbrauche, um User (unter Windows 10) zu einem Wechsel auf Microsofts neuen Edge Browser zu bewegen.

Fazit: Windows 10 ist ein beliebtes Betriebssystem und das sicherlich nicht grundlos. Mit der neuesten Version haben viele nützliche, benutzerfreundliche Neuerungen Einzug auf den Rechner gehalten. Dennoch ist leider nicht jedes Microsoft-Produkt im Vergleich zur Konkurrenz eine absolute Meisterleistung – man denke an den Edge Browser, bei dem nach wie vor vieles schief läuft und bei dem im Vergleich zu seiner Browser-Konkurrenz noch reichlich Luft nach oben scheint. Wettbewerb fördert schlicht und ergreifend die Produktqualität - am Ende gewinnen die Verbraucher.

Sag uns deine Meinung!

Um einen Kommentar zu verfassen, melde Dich an oder registriere Dich jetzt auf Netz.de!

Das könnte dich auch interessieren!
Werbung
Ab ins Netz mit dir