Neue Studie zur Smartphone-Nutzung

Immer weniger User nutzen das Smartphone zum Telefonieren

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von Sven Schäfer (@kreativfrei)-

Der ursprüngliche Sinn und Zweck des Mobiltelefons wird mehr und mehr ad absurdum geführt, wie eine aktuelle Studie aus Großbritannien belegt. Für viele Nutzer ist das Telefonieren mittlerweile konnotativ geworden, während sich Chats, Videos und die Verwendung von sozialen Netzwerken immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Für die sogenannte 'Generation Smartphone' gehört das Mobiltelefon zum ständigen Begleiter - und zugleich auch zum guten Ton, denn ohne den mobilen Alleskönner ist es in der heutigen Zeit recht kompliziert und umständlich geworden, mit seinen Freunden in Kontakt zu treten. Wer jedoch glaubt, dass das Telefonieren dabei noch immer als primäre Grundfunktion fungiert, der irrt. Denn wie eine aktuelle Studie des bekannten Beratungsunternehmens Deloitte zeigt, gilt das Smartphone für immer mehr Nutzer als eine Art tragbare Kommunikationszentrale, die lieber exzessiv zum Chatten verwendet wird, als zum Telefonieren.

Fakten

58 Prozent der genutzten Smartphones sind übrigens maximal 18 Monate alt! Beim Smartphone-Kauf zieht die Mehrzahl der Verbraucher das Internet einer Beratung im Ladenlokal vor.

Reden ist Silber, Texten ist Gold

Die Zahlen sprechen eine sehr deutliche Sprache: während im Jahre 2012 nur etwa vier Prozent der von Deloitte befragten User das Smartphone gar nicht oder nur sehr selten für Sprachanrufe nutzten, sind es in diesem Jahr bereits 31 Prozent. Stattdessen wird das Mobiltelefon immer häufiger zum Chatten verwendet. Zudem stieg auch die Zahl der Nutzer, die ihre E-Mails fast ausschließlich mobil abrufen und beantworten, exorbitant an: von 48 Prozent in 2014 auf aktuell über 71 Prozent. Geht es nach den Experten des Beratungsunternehmens, begründet sich dieser Wandel vor allem durch die Vereinfachung der Kommunikation per se.

Nahezu jedes Smartphone verfügt über ein bereits vorinstalliertes E-Mail-Programm und sämtliche Messenger und Social-Media-Apps sind binnen weniger Sekunden heruntergeladen und einsatzbereit. Darüber hinaus gestaltet sich die Kommunikation per Chat, beispielsweise zur Verabredung eines Treffens, deutlich einfacher und schneller, als während eines Telefonats. Schließlich gibt es bei WhatsApp, Telegram und Co. keine störenden Nebengeräusche - und man kann sich in Ruhe überlegen, was man seinem Gegenüber mitteilen möchte.

Die Smartphone-Sucht ist weiter auf dem Vormarsch

Die Studie gibt außerdem Aufschluss über das veränderte Suchtverhalten der Nutzer, das in der jüngsten Vergangenheit sprunghaft angestiegen ist. Die Analysten von Deloitte schätzen, dass mittlerweile mehr als 15 Millionen Menschen häufig bis sehr häufig ihren Schlaf unterbrechen, um neue Mitteilungen zu lesen und zu beantworten. Diese pathologische Veränderung des Schlafmusters entfachte in Großbritannien bereits schon eine hitzige Debatte zwischen Medizinern und den Lobbyisten einiger Smartphone-Hersteller.

Aus der Studie geht außerdem hervor, dass jeder Zehnte der über 4.000 Befragten direkt nach dem Aufstehen instinktiv auf das Smartphone schaut - welches sich zudem häufig in unmittelbarer Nähe befindet. Darüber hinaus nutzen mehr als die Hälfte der befragten User fast nur noch das Smartphone, um sich über die aktuellen Weltgeschehnisse zu informieren - Tendenz: steigend. Inwieweit das Suchtverhalten der Smartphone-Besitzer mit der Nutzung der sozialen Medien - wie Facebook oder Twitter - in Relation zu bringen ist, wollen die Experten von Deloitte in einem zukünftigen Traktat untersuchen.

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