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Richtlinien für gesponserte Beiträge

Instagram: Viele Stars halten sich nicht an Werbe-Regeln

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Michael Springer

von Michael Springer -

Musiker, Schauspieler, Sportler und andere Stars können Millionen von Instagram-Followern vorweisen. Viele von ihnen nutzen diese Reichweite, um mit Werbung und Produktplatzierung eine Menge Geld zu verdienen – laut einer Studie halten sie sich dabei allerdings oft nicht an die Regeln, die ihnen eine amerikanische Behörde auferlegt.

Die FTC (Federal Trade Commission) - die US-amerikanische Behörde für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz – hat genaue Vorstellungen davon, wie ein gesponserter Instagram-Beitrag auszusehen hat: Wann immer ein User mit seinem Post ein Produkt oder eine Marke bewirbt und dafür materiell vergütet wird, also Geld oder kostenlose Produkte erhält, muss er diese Verbindung entsprechend kennzeichnen (Werbung für gemeinnützige Organisationen oder vom Postenden selbst geführte Unternehmen sind davon ausgenommen).

Beispiel für Werbung auf Instagram

So bringt das wenig: Bei diesem zufällig ausgewählten Instagram-Post geht die Werbedeklarierung völlig unter.  

Quelle: (Screenshot) 

Beispiel für Werbung auf Instagram

So bringt das wenig: Bei diesem zufällig ausgewählten Instagram-Post geht die Werbedeklarierung völlig unter.  

Quelle: (Screenshot) 

Vorgesehen sind dafür klare Hashtag-Markierungen (wie #ad und #sponsored) oder entsprechende, eindeutige Formulierungen (zum Beispiel "sponsored by"). Diese sollten nicht in einem Meer anderer Hashtags und Beschriftungen untergehen, sondern dem Post offensichtlich zuzuordnen sein. Wenn der Poster allein den Instagram-Account der vorgestellten Marke verlinkt, reicht das nicht aus.

Einer Studie der Influencer-Marketing-Agentur Mediakix zufolge hält sich die Mehrheit der 50 erfolgreichsten Instagramer, die zusammen über 2,5 Milliarden Follower erreichen, häufig nicht an diese Vorgaben. Mediakix hat die Beiträge dieser User einen Monat lang analysiert und kam zu folgendem Ergebnis: 30 von ihnen posteten in diesem Zeitraum gesponserten Content – 93 % dieser Inhalte entsprachen nicht den Regeln der FTC. Welche Stars in dieser Hinsicht noch ein wenig Nachhilfe gebrauchen könnten, ließ die Studie aber offen.

Mediakix schätzt, dass Werber jährlich über eine Milliarde US-Dollar für gesponserte Posts auf Instagram ausgeben. In der genannten Studie wurden 61 % der Werbebeiträge von Modeunternehmen finanziert.

Lieber zweimal hinschauen

Eure Lieblingsstars mogeln euch auf Instagram vielleicht Werbung für Fashion-Artikel oder Beauty-Produkte unter – und ihr merkt es gar nicht. Reklame ist an sich natürlich nicht verwerflich, macht euch nur bewusst, dass sie euch – gerade auf Instagram, YouTube oder Facebook – auch dort begegnen kann, wo ihr sie nicht unbedingt erwartet.

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