Schnellere Rettung dank Wi-Fi?

Internet per Ballon: Googles X prüft Einsatz im Katastrophengebiet

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von Benjamin Krämer -

Googles Tochterfirma 'X', eine Sparte von 'Alphabet', arbeitet bereits seit 2010 an der Umsetzung von Plänen, mit denen Wi-Fi Ballons in die Stratosphäre entsendet werden sollen, um Internet auch in entlegene Regionen der Welt zu bringen. Nun wollen sie dem von Hurrikanes geplagten Puerto Rico helfen, indem sie die Menschen während der Krise wieder ans weltweite Netz anschließen.

'Project Loon' heißt die Initiative, die jetzt dafür sorgen könnte, dass das gebeutelte Land schneller Hilfe organisieren kann. Die 3,5 Millionen Einwohner leiden unter den Auswirkungen des Hurrikans 'Maria', der weite Landstriche komplett zerstört hat. Die Hilfe läuft schleppend, einerseits wegen fehlender Unterstützung aus Washington, andererseits wegen der zusammengebrochenen Infrastruktur. Da es kaum Internet gibt, haben Helfer und Opfer Schwierigkeiten, sich zu organisieren. 90 Prozent der Sendemasten sind zerstört. Noch ist nicht klar, ob einer der Prototypen, die mit Helium in die oberen Atmosphärenschichten getragen werden, zum Einsatz kommen kann. Zwar hat ein erster Versuch in Peru im Mai bereits funktioniert, als eine Flutkatastrophe ähnliche Folgen hatte. Doch die Vorzeichen in Puerto Rico sind anders und ein Erfolg der Aktion ungewiss.

Alles von Null – unter Zeitdruck

Wir arbeiten momentan mit den Puerto Ricanischen Behörden zusammen, um zu prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, unsere Ballons zum Wohl der Sturmopfer einzusetzen" - Sprecher von Project Loon

Das drängendste Problem ist die Zeit. In Peru hatte X bereits einen Versuchsballon im Einsatz, als die Flutkatastrophe das Land verwüstete. Das Internet hat damals tatsächlich vielen Menschen das Leben retten können, doch in Puerto Rico müsste ein entsprechender Ballon erst noch eingesetzt und getestet werden, unter deutlich erschwerten Wetterbedingungen. Die Region gilt als extrem sturmanfällig – genau wie Helium-Ballons. Wenn sie funktionieren, könnten sie Internetsignale der örtlichen Telefongesellschaft Telefonica in die verbindungslosen Regionen streamen und die Hilfsmaßnahmen deutlich beschleunigen. Wir drücken die Daumen!

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