Nich sein Ernst?!

Jordan Obama über Trump, Fake-News und den Kinofilm Black Panther

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Während wir uns inmitten eines neuen Informationszeitalters befinden, hadern wir gleichzeitig mit den Tücken, die dieser Umbruch mit sich bringt. Fake-News, der allgemeine Vertrauensverlust in Medien und Populismus vergiften die Atmosphäre. Wenn die KI dann auch noch Entscheidungsträgern das Wort im Mund umdreht, benötigt es umso mehr ein gewisses Maß an Medienkompetenz innerhalb der Gesellschaft.

In Zusammenarbeit mit BuzzFeed hat sich der US-amerikanische Schauspieler und Comedian Jordan Peele einen (eher ernst gemeinten) Scherz erlaubt und mithilfe von bekannten Technologien ein Video erstellt, in dem er den früheren US-Präsidenten täuschend echt Sätze in den Mund legt. Zum Beispiel lässt er sich zu einem Statement über den erst kürzlich in den Kinos erschienenen Film 'Black Panther' hinreißen ("Killmonger hatte Recht"), bezeichnet den amtierenden Präsidenten Trump als "totalen Vollidioten" und verabschiedet sich (ganz präsidial) mit den Worten "Thank you, and stay woke Bitches!".

Wir betreten eine Ära, in der unsere Feinde jeder Person zu jeder Zeit etwas in den Mund legen können.

Jordan Peele | YouTube

Im weiteren Verlauf klärt sich auf, dass Obama dies natürlich nicht sagte (zumindest nicht in der Öffentlichkeit). Peele wird im Splitscreen dazu geschaltet und es wird deutlich, dass sich dessen Mimik eins zu eins mit dem des ehemaligen Präsidenten spiegelt.

Gruselig auf der einen, ein klarer Warnhinweis auf der anderen Seite, denn das Thema, das der Comedian hier anstößt, ist – nicht erst seit der Fake-News-Debatte um die aktuellen Präsidentschaftswahlen in den USA – präsenter denn je.

Peele und BuzzFeed warnen vor Problematik mit Fake-News

Was ansonsten schnell in die Sparte "guter Gag" abgleiten würde, wird durch den ernsten Grundtenor von Peele und BuzzFeed gekonnt ins Gegenteil verkehrt. Sie warnen mit ihrer Aktion vielmehr davor, dass wir uns mit der Problematik der Fake-News stärker auseinandersetzen müssen. Wie leicht es heutzutage ist, mithilfe von künstlicher Intelligenz und den Technologien zur Video- und Tonbearbeitung Falschmeldungen zu verbreiten, wird am Beispiel mit Präsident Obama überaus deutlich.

Sicherlich fällt bei genauer Betrachtung des Videos auf, dass hier manipuliert wurde. Doch Hand aufs Herz: Mit etwas weniger bizarren Inhalten, ohne die Auflösung der Urheber oder mit etwas Empfänglichkeit für ein Thema, das uns nicht kalt lässt, würde hier sicherlich der eine oder andere in die Falle tappen.

Wir benötigen ein Grundverständnis von Medien und Fehlinformationen

Deshalb plädiert der Schauspieler für ein gesundes Maß an Vertrauen in etablierte Medienhäuser und deren Arbeit, um die gezielte Verbreitung von Fake-News zu verhindern. "Es mag grundlegend klingen, doch wie wir im Informationszeitalter zukünftig voranschreiten, wird den Unterschied ausmachen, ob wir überleben oder ob wir in eine Art abgefuckte Dystopie abrutschen".

Was Peele damit meint ist relativ eindeutig: Entweder wir lernen mit dieser Problematik umzugehen und unseren Verstand einzuschalten, oder wir bewegen uns immer mehr in eine Spirale aus Vorwürfen, Misstrauen und Hass. Deshalb benötigt unsere Gesellschaft ein gewisses Grundverständnis von Medien (gerade die "neuen" Medien), um eine gezielte Platzierung von Fehlinformationen zu erkennen und als solche auch abzuspeichern. Denn das Video zeigt, was in Zukunft vermehrt auf uns zukommen könnte - eine Welle von Fake-News Inhalten, die bewusst mit den Ängsten und Problemen der Empfänger spielt.

Quelle: buzzfeed.com

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