digitale Themen, leicht verständlich.

Alles bloß PR?

Kim Dotcom: Clinton-Mails angeblich von Seth Rich geleakt

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

"I knew Seth Rich. I know he was the Wikileaks source", twitterte der Hacker und Unternehmer Kim Dotcom am Wochenende - und lässt damit Gerüchte um das ehemalige Mitglied des Democratic National Committees wieder aufleben. Über den Tod von Seth Rich, der im Juli 2016 erschossen wurde, wird nun wieder fleißig spekuliert.

Der US-amerikanische Nachrichtensender Fox News sorgte mit seiner aktuellen Berichterstattung vor kurzem für Furore, in der die vermeintliche Quelle der Leaks genannt wurde, die zum E-Mail-Skandal um Hillary Clinton führten. Scheinbar jedenfalls, denn als Beweis berief sich Fox News auf die Arbeit eines Privatdetektivs, der sein Aussage jedoch schon kurze Zeit später wieder zurückzog. Dennoch facht der Pressebericht die hartnäckigen Gerüchte an, dass Seth Rich die 44.000 E-Mails weitergegeben haben soll.

Das Ganze wirkt ein wenig wie ein Hollywood-Thriller aus dem Kino. Zum einen lassen die im Raum stehenden Vermutungen die Todesumstände von Seth Rich sehr verdächtig wirken, zum anderen wurde der Wahlkampf um die US-Präsidentschaft für Hillary Clinton durch Wikileaks maßgeblich beeinflusst. Damit hat die Enthüllungsplattform wesentlich dazu beigetragen, Donald Trump auf den Thron zu helfen.

Möchte Kim Schmitz nur ein Stück vom PR-Kuchen?

Seit vergangenem Samstag, dem 20. Mai 2017, twittert Kim Dotcom, der den meisten als Gründer und Betreiber der sogenannten Sharehoster Megaupload und Mega im Gedächtnis geblieben sein dürfte, dass er die Beteiligung von Seth Rich nachweisen könne und ihn zudem auch persönlich kannte. Unter anderem ist auf seinem Profil zu lesen: "How will Democrats and their fake news partners brush away the fact that I had insider knowledge about upcoming leaks?" Zahlreiche Retweets und Kommentare lassen darauf schließen, dass eine Sache auf jeden Fall erreicht worden ist: Kim Dotcom bekommt jede Menge Aufmerksamkeit. Manche Follower machen sich sogar Sorgen, ob Kim der nächste sein könnte, der unter fragwürdigen Umständen ums Leben kommt.

Kim Dotcoms Tweet zu Seth Rich und Wikileaks

Kim Dotcom zählt sich selbst zu den Insidern der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton.  

Quelle: (Screenshot)  Twitter / @KimDotcom 

Kim Dotcoms Tweet zu Seth Rich und Wikileaks

Kim Dotcom zählt sich selbst zu den Insidern der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton.  

Quelle: (Screenshot)  Twitter / @KimDotcom 

In kleinen Häppchen tweetet der deutsch-finnische Internetunternehmer, der aktuell im neuseeländischen Exil lebt, Informationen, die sein Insider-Wissen bestätigen sollen: "His nickname was Panda #SethRich". Es drängt sich allerdings auch die Frage nach seinen Motiven auf, diese Infos ausgerechnet jetzt zu veröffentlichen. Wer sich seine Webseite kim.com anschaut braucht nicht lange, um eine gewisse Geltungssucht beziehungsweise den Faible für Selbstinszenierung festzustellen (siehe Musikvideo "Good Life").

Jedoch könnte der Hintergrund auch ernsthafterer Natur sein, denn das oberste Gericht hat im Februar dieses Jahres bestätigt, dass Kim Schmitz (so sein bürgerlicher Name) an die USA ausgeliefert werden darf. Sollte das passieren, müsste der Megaupload-Gründer seinen Palast in Neuseeland gegen eine US-amerikanische Gefängniszelle tauschen. Es drohen ihm ganze 20 Jahre Haft wegen Geldwäsche, Verletzungen des Urheberrechts und wegen Betrugs in mehreren Fällen.

Könnte ihm eine Zeugenaussage eventuell einen Strafnachlass bescheren, wenn seine Anwälte das Urteil nicht erfolgreich anfechten können? Er bietet sich jedenfalls dafür an: "If Congress includes #SethRich case into their Russia probe I´ll give written testimony with evidence that Seth Rich was Wikileaks source". Mit "russia probe" bezieht sich Dotcom auf die aktuell laufenden Untersuchungen des FBIs bezüglich möglicher Absprachen Trumps mit der russischen Regierung, die den Wahlkampf betreffen. Personen aus dem näheren Umfeld Hillary Clintons waren nach dem öffentlich werden der E-Mails davon überzeugt, dass es sich um einen russischen Sabotage-Akt gehandelt habe.

(@die_spoent_wohl)
Cyberwar

Wer steckte nun mit wem unter einer Decke? Im Zentrum stehen, wie so häufig in den letzten Monaten, die Themen "Verschlüsselung" und "Cybersicherheit". Vielleicht ein guter Anlass, um drüber nachzudenken, wann ihr das letzte Mal eure Passwörter geändert oder euer Betriebssystem aktualisiert habt ;).

Sag uns deine Meinung!