Eltern parken Babies so oft vor Fernseher wie nie

Kinderärzte warnen: Babies gucken zu viel TV

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von Julius Zunker -

"Wenn du zu lange vor dem Fernseher sitzt, bekommst du eckige Augen!". Ein Satz, den einst Eltern zu ihren Kindern sagten, um ihnen auf subtile Art das Sitzen vor der "Flimmerkiste" madig zu machen. Wirklich geklappt hat dies in den 80ern schon nicht. Mittlerweile verbringen sogar schon Kleinkinder so viel Zeit vor Bildschirmen, dass Kinderärzte mahnen.

Kinderärzte rufen weltweit seit weit über 20 Jahren dazu auf, Kinder weniger Zeit vor Bildschirmen verbringen zu lassen. Allerdings dürften sie sich in dem Thema mittlerweile fühlen, wie der berühmte Rufer in der Wüste: ihre Warnungen verhallen ungehört im Nichts. Laut einer neuen Studie hat die Zeit vor jeder Art von Flimmerkiste ein noch nie erreichtes Maß erlangt.

Noch 1997 verbrachten Kinder in den empfindlichen Jahren von Null bis Zwei durchschnittlich rund 1,5 Stunden vor einem Bildschirm, so das 'Journal of the American Medical Association Pediatrics' (zu Deutsch: Journal der amerikanischen Kinderärzte). Bis zum Jahr 2014 war diese tägliche Gesamtzeit auf über drei Stunden angestiegen.

Zu viel TV für die Jüngsten

Die Aufteilung auf die unterschiedlichen Endgeräte über bald 20 Jahre Entwicklung geht in eine erstaunliche Richtung. Ende der 90er wurden Kleinkinder noch für 43 Prozent ihrer 1,5 Stunden vor einen Fernseher gesetzt, mittlerweile verbringen sie 87 Prozent der rund drei Stunden vorm TV. In einer kürzlich von 'Axios' (2) zitierten Studie war für Babies 2014 der Fernseher noch die Krönung des Bildschirm-Entertainments. Smartphones und Tablets scheinen bei Kleinkindern auf wenig Begeisterung zu stoßen.

Von Übergewicht bis zu schlechteren Ergebnissen in Test zur kindlichen Entwicklung haben Mediziner einige negative Begleiterscheinungen von zu viel Zeit vorm Fernseher entdeckt.

Aus Sicht der Forschung kommt diese Studie zu einer essentiellen Phase. Schon Kleinkinder kommen heutzutage auf unzähligen Wegen in Kontakt mit Technologien, die sie im Alltag begleiten werden. Immer früher beginnen sie mit diesen zu interagieren, aber auch unter den potentiellen Folgen einer Nutzung zu leiden. Kinderärzte haben schon früh darauf hingewiesen, dass zu viel Zeit vor Bildschirmen die Gesundheit von Kindern schädigen kann. Von Übergewicht bis zu schlechteren Ergebnissen in Test zur kindlichen Entwicklung haben Mediziner einige negative Begleiterscheinungen von zu viel Zeit vorm Fernseher entdeckt.

Folgen einer sozio-ökonomischen Entwicklung

Die Gründe für diese Zunahme an Zeit sind vielschichtig. Oftmals liegt es daran, dass beide Elternteile arbeiten und schlicht weniger Zeit für ihre Kinder haben. Obendrein dürfte die Zeit vorm Fernseher zumindest abnehmen. Kinderfernsehen wird immer weiter zurückgeschraubt und befindet sich mittlerweile auf dem absteigenden Ast. Allerdings heißt dies noch lange nicht, dass überarbeitete Eltern keinen anderen Weg finden, um ihre Jüngsten für ein paar Minuten Ruhe vor einen Bildschirm zu parken.

Quelle: axios.com

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