JavaScript Mining

KinoX.to und Movie4k.to: Streaming-Seiten nutzen heimlich eure Rechnerleistung

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Filme, Dokus, Serien - populäre Seiten wie Movie4k.to und KinoX.to locken viele Freunde des cineastischen Vergnügens an, um urheberrechtlich geschützte Videos kostenlos zu streamen. Neben Malware-Gefahren und rechtlichen Risiken wurde nun jedoch bekannt, dass die Webseiten-Betreiber auf die Rechnerleistung ihrer User zugreifen, um in großem Stil JavaScript Mining zu betreiben.

Für alle, die sich noch nicht mit Kryptowährungen wie Bitcoin auseinandergesetzt haben: Das Mining (zu deutsch: schürfen) bezeichnet einen Prozess, um Profit zu machen, indem die Rechen-Power von PCs zur Verarbeitung von Transaktionen genutzt wird. Dieses Zur-Verfügung-stellen von Leistung wird mit Kryptowährung (Transaktionsgebühr) belohnt. JavaScript Mining bedeutet nichts anderes, als dass der Zugriff auf die Prozessleistung eines Users über das aktivierte JavaScript, also über den Browser, stattfindet.

Im Fall von KinoX.to und Co sind sich die User im Allgemeinen im Klaren darüber, dass sie sich nicht zwangsläufig im legalen Bereich bewegen und sind sich den Gefahren unseriöser Webseiten - die Betreiber werden polizeilich gesucht - normalerweise bewusst. Daher schützen sie sich entsprechend mit Anti-Virus-Programmen. Nach Informationen von Tarnkappe.info passiert bei der Nutzung dieser Streaming-Seiten jedoch noch mehr. Sowohl Movie4k.to als auch KinoX.to nutzen den JavaScript Miner, um die Rechenleistung der User heimlich anzuzapfen. Das geht sogar so weit, dass die Prozessorlast um bis zu 43 Prozent steigt, was sich durch Browser- und Computerprobleme deutlich bemerkbar machen kann.

Do you want ads or do you want to give away a few of your CPU cycles every time you visit the site?

Thepiratebay.org

The Pirate Bay (TPB), die anonymen Betreiber der Seiten, entschuldigten sich am 16. September auf ihrem Blog für den zu Testzwecken aktivierten Monero JavaScript Miner. Ein Tippfehler solle dafür gesorgt haben, dass statt der sonst üblichen 30 Prozent Prozessorauslastung, die in Anspruch genommen wird, die volle Leistung angezapft wurde. Grundsätzlich sei das Vorgehen jedoch in Ordnung, schließlich verzichte man dafür auf störende Werbung um die Kosten zu decken. Ein Argument, das nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Die Kommentare unterhalb des Blogbeitrags zeigen deutlich, dass User durchaus bereit sind, Kapazitäten zur Verfügung zu stellen: "If this can become a viable way to support the website without seeing porno, I am in."

Laut Informationen von Tarnkappe.info lässt sich der Zugriff durch die Aktivierung von NoScript oder eines anderen AdBlocker blockieren.

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