Datenschutz gegen Euros

Könnte Facebook bald Geld kosten?

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von Benjamin Krämer -

Facebook diskutiert intern offenbar die Möglichkeit, seine Dienste kostenpflichtig anzubieten: Allerdings nur für diejenigen, die mit einem Knopfdruck sämtliche Datensammelei ausschalten möchten. Wird das soziale Netzwerk damit zur Zwei-Klassen-Plattform oder zum Vorreiter eines neuen Nutzungsmodells?

Nachdem Mark Zuckerberg im Zuge des größten Datenskandals der Social Media Geschichte durch die Medien tourte und großflächig in Anzeigen erschienen war, scheint jetzt Geschäftsführerin Sheryl Sandberg das Ruder übernommen zu haben. So war sie es, die erst kürzlich ankündigte, dass ein groß angelegtes Forschungsprojekt mit US-amerikanischen Krankenhäusern aus Datenschutzgründen vorerst auf Eis gelegt wird.

Jetzt äußerte sie sich gegenüber Medien erneut mit einer noch deutlich weitreichenden Aussage zu Wort: Facebook könnte bald eine Bezahloption bekommen. Das aktuell intern diskutierte Projekt ginge dann so: Nutzer, die Geld bezahlen, bekommen einen Knopf in ihren Einstellungen, mit dem sie sämtliche Datenübertragungen einfach abschalten. Klingt wie etwas, das der Plattform ohnehin gut tun würde. Allerdings scheint dies utopisch, schließlich muss man als Unternehmen Gewinne machen und die kommen nicht von irgendwo.

Facebook mit Bezahlung - ein Konzept mit Zukunft?

Facebook zu kritisieren, ist momentan in und berechtigt. Trotzdem sollten Lösungsversuche ernsthaft diskutiert werden. Kategorisches Ablehnen und Bashing könnten uns Lösungen verbauen.

Es gibt natürlich bereits viele Kritiker des neuen Konzepts, das nicht einmal beschlossen ist. Moniert wird, dass ein solcher Knopf nicht glaubwürdig sei, da Facebook gar nicht genügend Vertrauen genieße, um Nutzern glaubwürdig zu erklären, dass ihre Daten nach einer monatlichen Zahlung auch tatsächlich nicht abgegriffen werden. Immerhin lebt Facebooks Geschäftsmodell ausschließlich auf gesammelten Daten. Doch Kritiker sollten auch im Blick haben, dass sich dieses Marketing-Verdienst-Konzept nur ändern kann, wenn andere Verdienstkanäle geöffnet werden.

Außerdem ist Facebook gerade in einer Krise, was aber nicht heißt, dass andere Unternehmen, denen wir gerne unser Geld für ihre Dienste geben, viel besser wären. Bei Facebook ist es aufgeflogen, das ist wahrscheinlich der einzige Unterschied. Die Idee von Sandberg sollte darum nicht sofort abgeschmettert, sondern grundlegend diskutiert und zu Ende gedacht werden, denn wer weiß: Vielleicht steht uns die erste große Social-Media-Revolution mit weitreichenden Umbrüchen bevor. Das klingt nicht per se schlecht, oder?

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