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Krypto-Mining ohne Erlaubnis: Webseiten nutzen Rechnerleistung von Nutzern

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Aus einem Bericht des Adblock-Anbieters 'Adguard' geht hervor, dass rund 220 Webseiten auf Techniken zum Schürfen von Crypto-Währung setzen, ohne dass Webseitenbesucher davon in Kenntnis gesetzt werden. Dies geht aus einer Ermittlung hervor, bei dem Adguard die 1.000 besucherstärksten Webseiten der Welt auf den Einsatz von Krypto-Minern hin untersucht hat.

Gut 500 Millionen Computer von Webseitenbesuchern sollen in einem Zeitraum von drei Wochen ausgenutzt worden sein, um ungefragt Geld in Form von Kryptowährung zu schürfen.

Infografik von Adguard mit Krypto-Mining

220 der größten Webseiten schürften im Zeitraum von drei Wochen digitale Güter mithilfe von rund 500 Millionen Nutzern, die von ihrem Glück gar nichts wussten.  

Quelle:  blog.adguard.com 

Infografik von Adguard mit Krypto-Mining

220 der größten Webseiten schürften im Zeitraum von drei Wochen digitale Güter mithilfe von rund 500 Millionen Nutzern, die von ihrem Glück gar nichts wussten.  

Quelle:  blog.adguard.com 

Grundlage dahingehender Ermittlungen sind die kursierenden Vorwürfe gegen die Torrent-Seite 'The Pirate Bay', die letzten Monat in die Schlagzeilen geriet, weil sie mithilfe der Rechen-Power von Besuchern Kryptowährung schürfte. Dies veranlasste Adguard, einen allgemeinen Check durchzuführen – auch, um aus den gesammelten Erkenntnissen Kapital zu schlagen. Der Adblocker wird zukünftig einen Browser-Schutz bereitstellen, der den Einsatz von Krypto-Minern von Plattformen wie 'Coinhive' oder 'JSEcoin' aufdeckt und Webseiten daraufhin untersagt, Rechenleistung der Besucher in Anspruch zu nehmen.

Aus den Ergebnissen lässt sich generell nicht ableiten, dass diese Vorgehensweise ein regionales Problem darstellt. Zwar kommen mehr als die Hälfte der aufgedeckten Websites aus den USA, Russland, Indien und Brasilien – Adguard verzeichnete allerdings auch den Einsatz von Krypto-Minern auf europäischen, chinesischen und südamerikanischen Websites. Außerdem ist den Adblock-Spezialisten aufgefallen, dass sich viele der Internetseiten in eher grauzonenartigen Geschäftsfeldern positionieren. Neben dem Porno-Bereich seien es vor allem Torrent-Websites und Anbieter von Video-Streams. Ein Grund hierfür sei laut Adguard, dass viele dieser Geschäftsfelder Probleme damit hätten, reguläre Einnahmen über Online-Werbung zu erwirtschaften.

Krypto-Mining: Was ist das Problem?

Obwohl diese Webseiten im Alexa-Ranking, das Adguard zur Bestimmung der 1.000 besucherstärksten Websites herangezogen hat, sehr großen Anlauf verzeichnen, setzen gerade diese Webseiten eher auf alternative Einnahmemethoden – gerade, weil sich die Generierung von Einnahmen dem Anschein nach schwieriger gestaltet.

Das Problem besteht darin, dass Nutzer nicht darüber informiert werden, wenn Webseiten fremde PCs zum Schürfen nutzen und es sich negativ auf CPU-Performance sowie Akkuleistung von Notebooks auswirkt. Deshalb fordern Security-Spezialisten die Seitenbetreiber auf, künftig offen mit dieser Art der Einnahmengenerierung umzugehen. Wie die Ausbeute aus dem Krypto-Mining gewertet wird, ist unter Experten jedenfalls umstritten. Insgesamt 43.000 US-Dollar sollen die 220 Webseiten die letzten drei Wochen erwirtschaftet haben – nicht viel auf den ersten Blick. Bedenkt man allerdings, dass dagegen kaum ein Aufwand betrieben werden muss und es zudem kaum Kosten verursacht, könnten die Webseiten weiterhin an diesem Modell festhalten.

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