Zeitgenössischer Zugang zum zeitlosen Meisterwerk

Kunst im Netz: Die Nachtwache von Rembrandt digital besuchen

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Foto von Julius Zunker

von Julius Zunker -

Rembrandts "Die Nachtwache" ist eines der bekanntesten Barock-Gemälde. In ihm abgebildet ist natürlich nicht Terry Pratchetts Truppe aus den Gassen Ankh-Morporks, sondern eine reale Bürgerwehr Amsterdams aus dem 17. Jahrhundert. Wer schon immer mal in das Meisterwerk eintauchen wollte, aber die Reise nach Amsterdam scheut, hat nun Gelegenheit dazu.

Vor 350 Jahren, am 4. Oktober 1669, verstarb Rembrandt van Rijn. Der niederländische Maler gilt als der bedeutendste Künstler seines Landes und als einer der Vorzeigekünstler des Barocks. Das Rijksmuseum Amsterdam hat dieses Jahr voll und ganz dem berühmten Sohn der Stadt gewidmet. Absolutes Highlight des Jahres wird eine Restaurierung seines Meisterwerks "Die Nachtwache" vor laufendem Publikum.

Als kleinen Vorgeschmack darauf lässt sich Rembrandts Nachtwache derzeit in einer digitalen Tour besuchen. Schon im Januar "gastierte" das Ölgemälde auf der CES. Dort konnte man sich einer Virtual-Reality-Betrachtung des Gruppengemäldes der Bürgerwehr aus dem 17. Jahrhundert hingeben.

Digitale Tour mit viel Erkundungspotential

17 namentlich bekannte und genannte Schützen stehen im Vordergrund des Meisterwerks. Ihnen allen ist gemein, dass sie reiche und berühmte Mitglieder dieses Amsterdamer "Schützenvereins" waren. Damalige Bürgerwehren waren oftmals wie waffentragende Gesellschaftsvereine. Wer hier aufgenommen wurde, hatte plötzlich Zugang zu einem Netzwerk einflussreicher Händler, Unterweltsgrößen und lokaler Politiker.

Nightwatch Experience

Von der Komposition bis zu den dargestellten Personen: Die Nightwatch Digital Experience beleuchtet alle Aspekte des weltberühmten Gemäldes, animiert und mit Ton.  

Quelle:  Nightwatch Experience 

Nightwatch Experience

Von der Komposition bis zu den dargestellten Personen: Die Nightwatch Digital Experience beleuchtet alle Aspekte des weltberühmten Gemäldes, animiert und mit Ton.  

Quelle:  Nightwatch Experience 

Aber nicht nur sie sind im Bild verewigt. Unter ihnen befinden sich eine Menge von Figuren mit symbolischem Charakter. Die bekannteste unter ihnen ist ein kleines Mädchen, welches sowas wie die "Schutzpatronin" der Kloveniers-Gilde (zu Deutsch: Büchsenmacher-Gilde) darstellt und angeblich das Gesicht von Rembrandts Frau trägt. Ihr Geheimnis und viele weitere werden ebenfalls in der digitalen Tour beleuchtet.

In der "Nightwatch Digital Experience" gibt es einiges zu entdecken. Sogar für Leute, die einzig Videogames als interessante Kunst erachten. Immerhin ist "Die Nachtwache" ein absoluter Vorreiter dafür mit Licht und Bewegung in einem Gemälde zu spielen. Zwei Dinge, ohne die Games schlicht nicht auskämen. Diese beiden Features finden in der Tour eine gesonderte Beachtung und kommen in den animiert hervorgehobenen Elementen des digitalen Abbilds gut zur Geltung.

Die Tour ist auf Englisch und Niederländisch verfügbar sowie in einer Version für Erwachsene und Kinder. Ab dem 15. Februar läuft im Rijksmuseum Amsterdam mit 400 Werken des Künstlers das Rembrandt-Jahr offiziell an, die Restaurierung beginnt im Juli.

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