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Achtung Kettenbrief

Martinelli-Hoax: Was ist dran am neuesten WhatsApp-Virus? [Update]

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Es gehen mal wieder die Kettenbriefe um. Nicht nur in einigen europäischen Ländern, sondern auch bei uns wird eine erneute Warnung vor dem Virus 'Martinelli' millionenfach via WhatsApp weitergeleitet. Dort wird davor gewarnt, dass es die Betriebssysteme betroffener Smartphones innerhalb von zehn Sekunden infiltrieren und übernehmen kann. Aber stimmt das überhaupt?

Kettenbriefe sind eines der wenigen Relikte aus der Anfangszeit des Internets, die sich offenbar immer noch größter Beliebtheit erfreuen. Was damals die aufgebrachte, weitergeleitete E-Mail von der besorgten Tante Erika war, in der darauf hingewiesen wird, dass Unbekannte mit HIV infizierte Nadeln (!) in Kinositze gesteckt hätten, ist heute die WhatsApp-Nachricht.

An den Warnungen in Kettenbriefen ist so gut wie nie etwas dran. Meist handelt es sich um Spam unbekannten Ursprungs.

Da wird gern vor Fake-Profilen, Hackern und ominöser Malware gewarnt, wie beispielsweise mit dem 'Martinelli Virus'. Hinter diesem Namen soll laut weitergeleiteter WhatsApp-Nachricht angeblich eine selbstinstallierende Schadsoftware stecken, die sich durch ein angeklicktes Video verbreiten und die Systeme von Smartphone-Nutzern übernehmen kann.

Damit man dieses Video (welches eigentlich?) nicht öffnet, wird der Kettenbrief, in dem vor Martinelli gewarnt wird, aktuell auch in Deutschland massenhaft weitergeleitet. Eine Freude tut man seiner Kontaktliste damit allerdings nicht, denn wie sich herausstellt, handelt es sich dabei immer noch um einen Fake: Das Virus existiert gar nicht.

WhatsApp: Alle Jahre wieder kommt der Kettenbrief

Also gut, die Katze ist aus dem Sack: Es handelt sich bei Martinelli erneut um eine Falschmeldung. Es ist trotzdem wichtig, sich diesen Fall vor Augen zu führen, denn er dokumentiert sehr gut, wie dieser Trend funktioniert und wie man sich davor schützt. In diesem Fall hätte man nämlich schon früh wissen können, dass nichts dran ist am bösen Virus: Die spanische Polizei gab bereits im Juli 2017 - in einer sehr frühen Phase der Verbreitung - via Twitter Entwarnung.

Es sollte nicht einfach jeder Kettenbrief mit Weiterleitungsaufforderung weitergeleitet werden. Im Zweifelsfall gilt immer: Massennachrichten löschen oder für sich behalten. Nett wäre es aber, diejenigen, von denen ihr die Nachricht erhalten habt, kurz darauf hinzuweisen, dass es sich um eine Falschmeldung handelt, um den Flächenbrand einzudämmen. Denn: In vielen Fällen sind die Kettenbriefe der Spam selbst. Für Malware nutzen Kriminelle nämlich vor allem Erweiterungen und Software und keine Videos.

Quelle: t-online.de

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