Bald ausgeschnüffelt?

Massenklage in Großbritannien: Google am Datenschutz-Pranger

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von Benjamin Krämer -

Google verdient sein Geld mit unseren Daten, so weit, so bekannt. Jetzt kam allerdings heraus, dass der Konzern, der laut eigenem Firmenmotto "nichts böses tun" möchte, zwischen 2011 und 2012 Privatsphäre-Einstellungen von über 5,4 Millionen iPhone-Nutzern in Großbritannien ignoriert hat. Die Bürgerinitiative 'Google You Owe Us' bläst jetzt zum Widerstand und zieht vor Gericht.

Massenklagen gegen Google gab es bereits in den USA, nicht jedoch in Großbritannien. Initiator der Klage ist der Verbraucherschützer Richard Lloyd, der in der Aktion auch ein wichtiges Warnsignal für andere Tech-Konzerne sieht, die mit Daten Geld verdienen: "Mit dieser Klage senden wir ein starkes Signal an Google und andere Unternehmen im Silicon Valley, dass wir keine Angst haben uns zu wehren!" Nach dem britischen Recht sind sämtliche Geschädigte automatisch Nebenkläger, es sei denn, sie lehnen dies explizit ab.

Verstoß könnte Google teuer zu stehen kommen

Wenn die Klage durch geht, könnten jedem der geschädigten Briten bis zu 700 Pfund (etwa 1.000 Euro) Entschädigung zustehen. Im für Google ungünstigsten Fall käme dann eine Schadenersatzsumme von 5,4 Milliarden Euro zusammen, zuzüglich eines möglichen Bußgeldes. Und es könnte noch teurer werden, es ist nämlich bereits bekannt, dass nicht nur Safarinutzer von dem Betrug betroffen waren, sondern sämtliche Browser. Wie das Verfahren am Ende auch ausgehen mag, wird es lange dauern, bis es zum Urteil kommt. Da sich Googles Hauptsitz in Kalifornien befindet, hat sich der Konzern schon häufiger hinter juristischen Zuständigkeitsprozeduren versteckt und Verfahren so in die Länge gezogen. Wahrscheinlicher ist eine außergerichtliche Einigung zur Verfahrenseinstellung mit einer weitaus geringeren Summe.

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