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Kartografie der Wohnverhältnisse

Mein Saugroboter, der Spion: Roomba gibt Raumdaten an Dritte weiter

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Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Elegant gleiten die kleinen saugenden Haushaltshelfer durch Wohnzimmer, Flure und Küchen. Allerdings kartografieren sie dabei auch wie wir wohnen, wie groß unsere Räume oder ganze Wohnungen sind. Colin Angle, CEO von iRobot, möchte die Daten, die sein Kassenschlager 'Roomba' aufgezeichnet hat, nun zu Geld machen.

Die Routen, die der Roomba erstellt, helfen ihm dabei, möglichst effizient für einen staubfreien Boden zu sorgen und sinnlose "Extra-Fahrten" zu vermeiden. Die digitalen Karten unserer privaten Gemächer möchte sich iRobot nun zunutze machen und sie an Hersteller für vernetzte Heimgeräte vertreiben. Laut Colin Angle würden alle Beteiligten davon profitieren, denn Lampen, Kameras oder Lautsprecher, die sich in einem Netzwerk befinden, könnten durch die Raumdaten intelligenter werden.

Beispielsweise könnte ein Lautsprecher durch die Raumgröße ermitteln, welche Lautstärke optimal ist. Oder eine Lampe könnte gerade so hell strahlen, wie es nötig ist, um die entsprechende Fläche in Licht zu tauchen. Potenzielle Abnehmer für die Daten sieht der populäre Hersteller von Haushaltsrobotern unter anderem in Amazon, Apple und Google.

Nicht jeder Roomba-User ist von dieser neuen Geschäftsidee betroffen, denn die Technologie wurde erst ab 2015 in den Roomba integriert (Roomba 980). Zudem verspricht iRobot, dass man die Daten nicht ohne Zustimmung der Kunden weitergeben werde. Da diese Zustimmung an die Nutzung der Smart-Home-Funktionen gekoppelt ist, dürften sich auch viele Roomba-Kunden - nur bedingt freiwillig - dazu bereit erklären.

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