Suchanfrage der alten Schule

Mit Bitte und Danke zum Twitter-Star - eine Suchanfrage geht viral

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

"Please translate these roman numerals mcmxcviii thank you." Diese zufällig von ihrem Enkel entdeckte Suchanfrage bei Google bescherte der Engländerin May Ashworth weltweite Aufmerksamkeit. Dabei ließ der liebenswert-naive Umgangston mit einem Such-Algorithmus nicht einmal die Google-Mitarbeiter kalt, die die Frage nachträglich ebenso höflich beantworteten.

Alte Schule: May Ashworth ist höflich zu Google

Dearest Ben's Nan. Hope you're well. In a world of billions of Searches, yours made us smile. Oh, and it's 1998. Thank YOU

Google UK via Twitter

"Mcmxcviii in Zahlen". So oder so ähnlich würde wohl die Google Such-Anfrage eines durchschnittlichen Internetnutzers lauten, der auf der Suche nach einer Übersetzung der römischen Ziffern in ihr arabisches Pendant ist. Kurz, bündig und Ergebnis-orientiert eben. Ein Tweet von Ben John mit einer Such-Anfrage der etwas anderen Art hält uns auf rührende Weise den Spiegel vor - und löst im Nachgang eine ungeahnte weltweite Resonanz aus.

Höfliche Suchanfrage bei Google von May Ashworth

Der Stein des Anstoßes: Diese Suchanfrage bescherte May Ashworth weltweite Aufmerksamkeit.  

Quelle: (Screenshot / Ben Johns)  Twitter 

Höfliche Suchanfrage bei Google von May Ashworth

Der Stein des Anstoßes: Diese Suchanfrage bescherte May Ashworth weltweite Aufmerksamkeit.  

Quelle: (Screenshot / Ben Johns)  Twitter 

Was war geschehen? Der Engländer Ben John war per Zufall über eine Suchanfrage auf dem Laptop seiner Großmutter gestolpert und hatte sie sogleich getwittert. Statt der heute zumindest am Desktop gängigen Methode, mittels Verwendung vermeintlich häufig genutzter Suchbegriffe einen schlagwortartigen Satz in den Suchschlitz zu tippen, ging Bens Oma May anders vor: Ihre Frage war fast vollständig ausformuliert und beinhaltete sogar Höflichkeitsfloskeln wie "Bitte" und "Danke". Eben so, als ob sie eine reale Person höflich um eine Antwort auf ihre Frage bitten würde.

Google reagiert via Twitter

Natürlich ist der Algorithmus einer Suchmaschine nicht ansatzweise ein lebendiges Wesen. Und eine eloquent formulierte Suchanfrage ist technisch gesehen sogar hinderlich - dank intelligenter Suchassistenten wie Cortana, Siri und Co. wird aber genau diese Illusion durchaus gewollt aufrechterhalten. Zudem werden Suchanfragen zunehmend per Spracheingabe von einem mobilen Gerät aus getätigt und häufig entsprechend ausformuliert. Vor diesem Hintergrund wirken die weltweiten euphorischen Reaktionen auf Mrs. Ashworths Gesuch dann doch seltsam überzogen.

Die herrlich naiv formulierte Suche hat jedenfalls mittlerweile 17.000 Follower begeistert. Und selbst CBS News ließ sich zu einem Interview hinreißen. Auch Google hat sich in der Zwischenzeit bei Twitter zu Wort gemeldet und nebenbei ganz organisch die Frage beantwortet: "Liebe Bens Oma. Wir hoffen es geht Ihnen gut. In einer Welt mit Milliarden Suchanfragen hat uns Ihre zum Lächeln gebracht. Oh, und die Antwort lautet 1998. Danke."

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