Wie einst John Travolta

Mit dieser KI legen auch Tanzmuffel eine flotte Sohle aufs Parkett

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Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Wenn ihr nicht tanzen könnt, dann könnt ihr demnächst vielleicht wenigstens so tun als ob: Die noch experimentelle Software 'Everybody Dance Now' macht aus eurem amateurhaften Gezappel eine betörende Tanzvorführung, wenn ihr sie mit entsprechendem Material füttert.

Ihr seid hüftsteif, generell eher ungeschickt, habt keine Lust zu üben oder einfach nur kein Talent fürs Tanzen? Dann gibt es gute Nachrichten für euch von einer Handvoll Forscher von der University of California.

Mit unserem Framework schaffen wir eine Vielzahl von Videos, womit wir untrainierten Amateuren dazu verhelfen, sich wie Ballerinen zu drehen und herumzuwirbeln.

Caroline Chan et al.

Die bringen euch das Tanzen zwar nicht bei, entwickeln dafür aber gerade eine Software, mit der ihr so tun könnt, als wärt ihr John Travolta zu seinen besten Zeiten.

Im Grunde genommen braucht die 'Everybody Dance Now' getaufte Technologie nur zwei Dinge vom Anwender: Ein Video eines Tanz-Profis und eines mit eurem stümperhaften Selbstversuch.

Der Machine-Learning-Algorithmus erstellt dann zunächst ein Strichmännchen, das sich genau so bewegt wie das Quellen-Material (der Tanzprofi). Das wiederum verwendet die KI, um ein neues Video anzufertigen. Dieses beinhaltet dann die wenig gelenkige Person des Zielvideos (euch), die sich exakt - das jedenfalls ist der Plan - so bewegt wie die Person aus der Quelle.

Everybody Dance Now stolpert manchmal noch

Die Tanzbewegungen des Profis (oben) werden in ein Gittermodell übertragen. Dieses dient dann als Grundlage für die Manipulation des Zielmaterials.  

Quelle: (Screenshot / Caroline Chan et al.)  University of California 

Die Tanzbewegungen des Profis (oben) werden in ein Gittermodell übertragen. Dieses dient dann als Grundlage für die Manipulation des Zielmaterials.  

Quelle: (Screenshot / Caroline Chan et al.)  University of California 

Leider ist die Technologie noch nicht ausgereift. Deutlich wird das besonders bei komplexeren oder schnellen Bewegungen, die im fertigen Video mitunter stark verschwimmen und alles in allem recht merkwürdig aussehen. Auch wirkt der Gesichtsausdruck der Probanden im fertigen Clip häufig alles andere als natürlich und sogar ein bisschen unheimlich. Wie ihr im Video unten sehen könnt, ist das Ergebnis aber nichtsdestotrotz ziemlich beeindruckend.

Natürlich sind beim Einsatz einer solchen Software nicht nur Tanz-Choreographien denkbar. Auch das Vortäuschen von Kampfsport-Moves, zum Beispiel mit Quellenmaterial mit Jackie Chan oder anderen Martial-Arts-Koryphäen, wäre möglich. Wir sind jedenfalls gespannt, wie es mit der experimentellen Software weitergeht. Sofern die Entwickler die Kinderkrankheiten in den Griff bekommen, wäre die Technologie in Form einer neuen oder als Bestandteil einer bereits existierenden App (Snapchat zum Beispiel) durchaus gut vorstellbar.

Quelle: Arxiv via The Register

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