Strategien gegen den Besucherschwund

Mit frischem Wind ins Cebit-Jahr 2018 – neues Konzept will den Mainstream locken

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von Benjamin Krämer -

Die Cebit ist die weltweit größte Messe für Informationstechnik und trotzdem ist sie über die Jahre zu einem Pflegefall geworden. Der Patient leidet an akutem Mitgliederschwund und will sich neu erfinden. Dafür wurde jetzt ein neues Konzept entwickelt und die Messe für 2018 komplett umgekrempelt. Man will wieder hip und zukunftsweisend sein in Hannover. Klappt das?

Die Cebit steht für Innovation und das was möglich ist in der Informationstechnologie. Doch "state of the art" Technologie scheint sich zumindest nach dem bisherigen Messemodell - hier sind die Aussteller, da sind die Besucher - nicht mehr als Alleinstellungsmerkmal durchzusetzen. Im Jahr 2017 mussten die Veranstalter zum ersten Mal weniger Besucher verzeichnen als jemals zuvor: Insgesamt kamen etwa 280.000 Interessierte nach Hannover - das ist der niedrigste Wert überhaupt und noch niedriger als die 330.000 Besucher im Jahr 1986.

Sehnsüchtig dachte man beim Veranstalter deutsche Messe AG an die Jahrtausendwende zurück, als noch über 800.000 Menschen die Hallen zum Bersten brachten. Diese Zeiten will man nun mit einem neuen Konzept zurückholen. Die Cebit will sich neu erfinden und ändert zum wiederholten Male auch ihre Schreibweise. 'Zu CEBIT'.

Aus alt mach neu: Die Cebit 2018

Die Cebit will sich wieder mehr auf ihre Besucher fokussieren und damit dem Besucherschwund der vergangenen Jahre entgegenwirken. Das Rezept: digitale Zukunft zum Anfassen

Natürlich hat man nicht nur den Namen geändert, sondern möchte vor allem mehr Event-Charakter erzeugen. "Die Messe zum Fest machen", sei das Ziel, so Messechef Oliver Frese. Die Cebit soll sich wie Messe, Konferenz und Networking in einem anfühlen. Als konkrete Themenschwerpunkte nannte Frese weiterhin sämtliche Trends der digitalen Revolution wie Künstliche Intelligenz, Blockchain, Security, IoT und 5G, Human Robotics, VR/AR, Drohnen, Collaboration & Workspace 4.0 und Future Mobility.

Der Fokus solle nicht auf dem Business-to-Business Bereich liegen, sondern eher bei den Besuchern selbst. Digitale Nomaden und Kreative wolle man besonders ansprechen und habe deshalb einen Messe-Campus ins Zentrum gerückt, der Platz für Austausch, kreatives Ausprobieren von Hersteller-Geräten und Talk-Shows biete. Man will eben hip und zukunftsweisend sein. Eine neue Ausrichtung am aktuellen Zeitgeist könnte da genau das Richtige sein. Insgesamt haben bereits über 2.800 Aussteller aus 70 Nationen zugesagt. Man darf also gespannt sein.

Quelle: crn.de, cebit.de

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