Smartphones noch auf Platz 2

Mobile Marketing in Deutschland - Hier regiert noch der Desktop

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von Julius Zunker -

Da ticken die Uhren halt ein wenig anders - zumindest behaupten dies gern Berliner über Münchner oder Stadtbewohner, wenn sie über die Landbevölkerung reden. Also eigentlich immer dann, wenn sich der eine über den anderen als zeitgemäßer und deswegen überlegener sieht. In Sachen "Mobile Marketing" hinken wir allerdings im Schnitt tatsächlich der Welt hinterher.

Zu diesem Ergebnis jedenfalls kommt die 'Adobe Mobile Marketing Studie 2019'. Diese Untersuchung zeigt zwar auch, dass Smartphones in den Bundesländern angekommen sind - und genau deswegen Mobile Marketing für Unternehmen unverzichtbar ist. Wer allerdings in Kontakt mit deutschen Verbrauchern bleiben möchte, sollte unter keinen Umständen auf nur ein Pferd setzen, denn wir hängen nach wie vor vorm PC (dem fast schon steinzeitlich anmutenden Desktop-Rechner).

In Deutschland wird noch am PC gesessen

Für die weltweit durchgeführte Studie wurden in Deutschland 1000 Personen befragt. So sitzt der Bundesbürger beispielsweise erstaunlich viele Stunden des Tages vor einem klassischen PC. Ob in der Schule oder während der Arbeit: Der klassische Desktop-PC bildet für 45 Prozent der Befragten in der Hälfte ihres Tages das Tor zum Internet. Nur ein Viertel nutzt dabei Smartphones und nur sechs Prozent nutzen Tablets.

In den eigenen vier Wänden schaut es nicht anders aus. Beinahe 50 Prozent haben auch hier einen PC stehen und surfen mit diesem durch das WWW. Das Smartphone aber ist zumindest hier auf dem Vormarsch. Für 32 Prozent der Befragten hat es den Desktop abgelöst. Weltweit gesehen setzen 40 Prozent der Befragten auf das intelligente Handy.

Second-Screens auf dem Vormarsch

Infografik Adobe Studie

Bei uns ticken die Uhren halt noch anders. Wir setzen auf Desktop und schieben das Smartphone auf den zweiten Platz.  

Quelle:  adobe-newsroom.de 

Infografik Adobe Studie

Bei uns ticken die Uhren halt noch anders. Wir setzen auf Desktop und schieben das Smartphone auf den zweiten Platz.  

Quelle:  adobe-newsroom.de 

Der Second-Screen findet zwar in Deutschland steigende Verbreitung. Grund dafür sind aber vor allem jüngere Bundesbürger. Etwa die Hälfte der Befragten verwendet mehrere Endgeräte gleichzeitig - davon sind jedoch zwei Drittel in der Studie als "junge Deutsche" klassifiziert. Allerdings ist dieser Wechsel nicht sonderlich konstant. Wenn es um ständiges Hin- und Hergespringe zwischen den Endgeräten geht, liegt Deutschland auf dem letzten Platz. Nur gut 10 Prozent der Befragten geben an, konstant zwischen den Geräten zu wechseln. Interessant daran ist besonders eines: Wo weltweit User zwischen Geräten springen, wünschen diese sich häufig ein perfektes Allroundgerät. In Deutschland allerdings - dem Land des wenigen Wechselns - wünschen sich nur 4 von 10 Befragten eine eierlegende Wollmilchsau.

Was die Studie von Adobe verdeutlicht: Das Smartphone ist in Deutschland für User zu einem unverzichtbaren Utensil geworden. Sowohl 'Generation Z' als auch 'Y' können sich nur schwer ein Leben ohne vorstellen. Wie auch: Kartendienste, Fotos, Banking und Emails gehören zum Alltag und werden täglich genutzt.

Bitte keine Werbung!

Jenseits dieser Standardanwendung werden wir allerdings wieder unserem Klischee gerecht - die meisten Befragten haben weniger als 10 Apps auf ihren Smartphones. Im üblichen Tagesgebrauch dominieren hier übrigens Lieferdienste und Taxi-Apps. Mobile Browser, mit denen sich direkt mit einer Marke kommunizieren lässt, sind meist solche, die Einkäufe abwickeln: Reiseportale, Elektronikhändler, Banken und Apps für Umtausche der letzten Klamotten-Bestellung. Apps, die dabei allerdings Werbung auf das Handy pushen, werden von einem Drittel als störend empfunden.

Die Zukunft ist in Sicht

Praktische Helfer kommen laut der Adobe-Studie nicht wirklich gut bei den Befragten an: Von Alexa bis Siri - Sprachassistenten werden noch selten genutzt. Erwartungsgemäß ist die jüngere Generation hier aber auf dem Vormarsch. 25 Prozent nutzen sie häufig im Alltag. Smart Speaker und Home Assistenten dürften den Trend weiter verstärken. Neben dem künftigen Erwerb von Wearables überlegen viele der Teilnehmer an der Studie in der nächsten Zeit einen solchen zu kaufen.

Der Ausblick auf die Zukunft in deutschen Haushalten macht jedenfalls deutlich: Gerätschaften fürs Streaming und Digital Displays werden in den nächsten zwei Jahren in einigen deutschen Haushalte Einzug halten - und somit vielleicht ein wenig der PC-Haltung in der Bundesrepublik verschwinden lassen.

Quelle: adobe-newsroom.de

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