Vergleich unter 69 Ländern weltweit

Mobiles Internet: Wie hoch ist die Video-Qualität in Deutschland im Vergleich?

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Videos schauen, wenn man nicht im heimischen Wlan ist - das belastet nicht nur das Datenvolumen, sondern angesichts der eher mäßigen Netzqualität an vielen Orten in Deutschland auch das Nervenkostüm. Doch wie schlimm ist es wirklich bestellt um die Qualität von Videostreams über das mobile Netz? Eine neue Studie gibt Antworten.

In Tschechien lassen sich Videos am komfortabelsten und mit den wenigsten Verzögerungen streamen. In Deutschland braucht man schon deutlich mehr Geduld.  

Quelle: (Screenshot)  Open Signal 

In Tschechien lassen sich Videos am komfortabelsten und mit den wenigsten Verzögerungen streamen. In Deutschland braucht man schon deutlich mehr Geduld.  

Quelle: (Screenshot)  Open Signal 

Die Abdeckung mit mobilem Internet in Deutschland ist bekanntermaßen nicht die allerbeste. Das merken nicht nur Nutzer gerade in dünn besiedelten Landstrichen jeden Tag aufs Neue, das wird auch regelmäßig in Studien unter Beweis gestellt. Auch in Sachen Download-Geschwindigkeit bekleckern sich unsere Mobilfunk-Anbieter nicht gerade mit Ruhm. Auf die Qualität von Videostreams über das mobile Netz hat das denkbar negative Auswirkungen.

Die Mobilfunk-Forscher von 'OpenSignal' haben sich genau diesen Wert - also die 'Overall Video Experience' - jetzt mal vor die Brust genommen und eine anschauliche Rangliste mit 69 Ländern zusammengestellt (s. Bild rechts). Einbezogen wurden dafür nicht nur die durchschnittlichen Download-Geschwindigkeiten und Netz-Verfügbarkeiten, sondern auch Variablen wie Bildqualität, Ladezeiten vor dem Start des Videos sowie Verzögerungen während des Streamens. Aus diesen Kennzahlen wurde schließlich eine Zahl von 0 bis 100 errechnet, die - so die Annahme der Forscher - die Nutzer-Erfahrung beim Videoschauen möglichst akkurat abbilden soll. Das Ergebnis aus Deutschland: 59,88.

Damit landen wir sowohl weltweit als auch innerhalb Europas irgendwo im Mittelfeld. Viele unserer direkten Nachbarn sowie Spanien, Frankreich und die skandinavischen Länder - überall lassen sich unterwegs komfortabler Videos betrachten als bei uns. Das ist angesichts des Umstands, dass wir in einem (wirtschaftlich betrachtet) modernen, hochtechnisierten Land leben einerseits ziemlich deprimierend.

Mobiles Netz: Mittelprächtiges Ergebnis darf keine Ausrede sein

Andererseits: In Anbetracht der Tatsache, dass sich Netzabdeckung und Download-Speed in einer ähnlichen Untersuchung vor knapp einem Jahr als ziemlich katastrophal erwiesen hatten, ist das neuerliche Ergebnis kein totaler Reinfall. In einer Mail bestätigt auch OpenSignal, dass "Länder mit den stärksten mobilen Breitband-Verbindungen nicht notwendigerweise diejenigen sind, die Konsumenten auch die beste Video-Erfahrung bieten."

Unterm Strich aber darf diese Erkenntnis keinesfalls als Ausrede für die Verantwortlichen herhalten, die Füße hochzulegen. Wenn man - überspitzt formuliert - an abgelegenen norwegischen Fjorden und in Teilen der Karpaten noch immer bessere Bedingungen fürs Bewegtbild-Streaming vorfindet als im dicht besiedelten "Neuland" (macht man diesen Witz noch?), dann gibt's eigentlich noch genug zu tun. Als Verbraucher kann man in der Zwischenzeit immerhin vergleichen und sich den für die eigenen Bedürfnisse passenden Anbieter heraussuchen.

Quelle: OpenSignal

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