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Mozilla kauft Bookmark-Tool Pocket - "Treibstoff für die Rakete"

Foto von Dennie Beneke

von Dennie Beneke (@debeneke)-

Mozilla hat die Übernahme der bekannten Browser-Erweiterung Pocket verkündet und erhofft sich aus der engen Zusammenarbeit einen Mehrwert, der sich unter anderem auf den ausbaufähigen Mobilsektor bezieht. Produkte wie Firefox OS fristen auf Systemen von iOS und Android ein eher unscheinbares Dasein.

Als sich die Nachricht der Übernahme der 'Read it Later, Ink.' verbreitete, fühlte es sich ein bisschen nach "Heimkehr" an, wie The Verge es liebevoll bezeichnete - Mozilla holt Pocket als "erste strategische Übernahme" (überhaupt) in das Produkt-Portfolio des Browser-Herstellers und gliedert das Unternehmen als hundertprozentige Tochtergesellschaft in die Mozilla Corporation ein.

"Heimkehr" deshalb, weil Pocket vor neun Jahren unter seiner damaligen Bezeichnung 'Read it Later' als Browser-Erweiterung für Firefox startete, bevor sich das Add-on für weitere Plattformen und Dienste öffnete und sich mit "über 22 Millionen registrierten Benutzern" zum "weltweit führenden Save-For-Later-Service" mauserte. Diese Bezeichnung hat sich quasi in die Unternehmens-DNA gebrannt, doch: Was zeichnet Pocket überhaupt aus?

Pocket als Teil der Mozilla-Familie ist keine Überraschung

Die Empfohlen-Oberfläche des Bookmark-Service Pocket

Unter dem Menüpunkt "Empfohlen" stellt Pocket eine Übersicht ausgewählter Artikel bereit.  

Quelle: (Screenshot)  Pocket 

Die Empfohlen-Oberfläche des Bookmark-Service Pocket

Unter dem Menüpunkt "Empfohlen" stellt Pocket eine Übersicht ausgewählter Artikel bereit.  

Quelle: (Screenshot)  Pocket 

Pocket ist mehr als ein Icon in der Adressleiste eures Browsers. Der Bookmark-Dienst, der sich dahinter verbirgt, ist ein umfassender Listen-Manager für euren Web-Content - interessante Blog-Einträge, Artikel, Videos und viele weitere Services, die sich im Netz befinden und die Pocket unterstützt. Einmal abgespeichert vergebt ihr Such- oder Schlagwörter, um Inhalte zu gruppieren, besser wiederzufinden und sie direkt in Pocket abzurufen - das alles in einer aufgeräumten, werbefreien Nutzeroberfläche. Darüber hinaus stellt Pocket eine Reihe empfohlener Beiträge unter dem gleichnamigen Menüpunkt zur Auswahl, die thematisch viele Interessengebiete abdecken.

Bereits Mitte 2015 verknüpfte Mozilla die Pocket-Schaltfläche standardmäßig mit der Adressleiste des Firefox, was im Verlauf auf eine enge Zusammenarbeit beider Teams schließen ließ. Aufgrund der Integration und der vorherigen Zusammenarbeit entwickelten die Unternehmen in der Folge eine "gemeinsame Vision", von der sich beide Parteien Vorteile erhoffen.

Hohe Erwartungen: Mozilla und Pocket versprechen sich viel

Mozilla erwartet durch den Zukauf vor allem maßgebliche Auswirkungen in Bezug auf den mobilen Browser-Sektor. Die Konkurrenz ist Firefox in diesem zukunftweisenden Markt davongeeilt, was die jüngsten Datenerhebungen des Analyse-Tools 'Statcounter' einmal mehr belegen: Die Nutzung von Firefox OS ist demnach so gering, dass der Browser in der frei zugänglichen Statistik, die sich auf die aktuellen Webseitenzugriffe eines bestimmten Zeitraums bezieht, nicht aufgeführt wird.

They’re adding fuel to our rocketship. [...] They have extraordinary resources, global scale, and reach to put Pocket in more places, and help us build an even better product, faster.

Pocket

Auch der Bookmark-Service verspricht sich viel von dem Deal und beschreibt Mozilla mit seinen größeren Ressourcen und der Reichweite als "Treibstoff für die Rakete", die Pocket zünden will. Dies bezieht sich unter anderem auf die Arbeiten an Mozillas 'Context Graph' Projekt sowie auf die Weiterentwicklung des Webs.

"Wir sind davon überzeugt, dass das Entdecken von qualitativ hochwertigen Web-Inhalten und der Zugriff auf sie ein elementarer Bestandteil der Gesundheit des Internets ist", schreibt Chris Beard, CEO von Mozilla, im offiziellen Blog-Post.

"Pocket stellt den Nutzern Tools zur Verfügung, die sie brauchen, um mit Web-Inhalten zu interagieren oder sie nach ihren eigenen Vorstellungen zu teilen – unabhängig von ihrer Hardwareplattform oder geschlossenen Inhaltssystemen."

Wie Pocket als "strategischer Zukauf" an dieser Entwicklung im Detail etwas verändern und wie dies alles in die Tat umgesetzt werden soll, bleibt vorerst noch abzuwarten.

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