#deletefacebook

Nach Datenskandal: WhatsApp-Gründer löscht seinen Facebook Account

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Der Hashtag 'deletefacebook' ist seit Anfang der Woche zu einem der größten Twitter-Trends geworden. Im Zuge des Datenskandals bei Facebook hat sich jetzt auch WhatsApp-Mitgründer Brian Acton dazu entschlossen, seinen Account dort aufzugeben, wie er auf Twitter verkündete. Zusätzlich sind ältere Aussagen Zuckerbergs wieder aufgekocht worden, in denen er seine User als "Dumb Fucks" bezeichnete.

Der Datenskandal von Facebook zieht immer weitere Kreise. Nachdem 'Cambridge Analyticas' rechtlich bedenklicher Raub von über 50 Millionen Profilen im Rahmen der FBI-Ermittlungen in der Russland Affäre bekannt geworden war, folgte die Enthüllung, dass Facebook von den Machenschaften bereits seit drei Jahren wusste. Seither hat sich der Hashtag 'deletefacebook' zu einem wahren Lauffeuer in der Netzgemeinde entwickelt. Brian Acton, Mitgründer von WhatsApp, der durch die Übernahme des Messenger-Dienstes durch Zuckerbergs Imperium vor einigen Jahren einige Milliarden Dollar verdiente, twitterte jetzt, ebenfalls seinen Account löschen zu wollen. Diese Entscheidung fällt offenbar zu einer Zeit, in der alte Aussagen des Facebook-Chefs wieder auftauchen, in denen er seine User zu Anfangszeiten despektierlich als "Dumb Fucks" abstempelte - weil sie ihm freiwillig ihre Daten überlassen.

Datenskandal: Jugendsünden holen Mark Zuckerberg ein

Der Leak von Zuckerbergs Instant-Messenger-Mitschnitt ist bereits acht Jahre her, wird jetzt jedoch wieder aktuell und von Tech-Seiten, wie zum Beispiel Wccftech, abermals hervorgekramt. Der Chatverlauf, der damals dem Magazin The New Yorker zugespielt worden war, ging genau so:

ZUCK: yea so if you ever need info about anyone at harvard

ZUCK: just ask

ZUCK: i have over 4000 emails, pictures, addresses, sns

FRIEND: what!? how'd you manage that one?

ZUCK: people just submitted it

ZUCK: i don't know why

ZUCK: they "trust me"

ZUCK: dumb fucks

Damals gestand er, dass dies tatsächlich seine Worte seien und sie ihm sehr leid täten. Genau diese damals gezeigte Reue gilt vielen heute als unglaubwürdig, da er von den teils illegalen Machenschaften von Cambridge Analytica nachweislich seit drei Jahren gewusst hatte, ohne sie zu unterbinden. Die Tatsache, dass Facebook sich jetzt als ahnungsloses Opfer präsentiert, scheint also ebenso unglaubwürdig, wie Zuckerbergs vor acht Jahren vorgetäuschte Reue über seine Ansichten. Die Talfahrt der Facebook-Aktie geht derweil weiter und ist an dem tiefsten Punkt seit Oktober 2017 angelangt. Steil nach oben geht dagegen #deletefacebook auf Twitter - und das dürfte noch eine Weile so weiter gehen.

Hier erfährst du mehr über: FacebookWhatsApp und Datenschutz

Sag uns deine Meinung!