Urheberrechtsstreit um mp3-Downloads

Nach Rechtsstreit: Ende für YouTube-mp3.org

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von Benjamin Krämer -

Nachdem sich die Musiklobby in den USA und der Streamripper 'YouTube-mp3.org' scheinbar geeinigt haben, ist für den deutschen Betreiber jetzt Schluss. Für alle, die nicht auf ihre mp3s verzichten wollen, zeigen wir hier noch immer funktionierende Alternativen auf.

Wie praktisch: Ein Lied, das uns gefällt, kopieren wir einfach per YouTube-URL in einen Streamripper wie YouTube-mp3.org und können dies im Anschluss beim Joggen oder in der Straßenbahn ganz problemlos anhören. Den Musiklobby-Verbänden in den USA war das scheinbar zu praktisch – sie klagten gegen den Informatiker Philip Matesanz aus Hannover und bekommen nun in der angestrebten Einigung in allen Punkten Recht. Doch damit nicht genug: Zusätzlich geht die Domain YouTube-mp3.org an einen der vielen Kläger über und der Hannoveraner muss eine ungenannte Höhe Schadensersatz zahlen. Er darf außerdem in Zukunft keine Streamripper mehr anbieten. Was als Kompromiss bezeichnet wird, ist also eher eine Niederlage in allen Punkten für Matesanz. Zu seinem Nachteil war sicherlich auch, dass der Streit Kreise bis in die höchsten Instanzen gezogen hatte: Im vergangenen Dezember äußerte sich der US-Handelsbeauftragte Michael Froman zu dem Fall und zählte die Domain zu den "berüchtigten Pirateriemärkten" und setzte sie auf eine schwarze Liste, zusammen mit Torrentseiten wie 'The Pirate Bay' oder dem File Sharer '4Shared'.

2014 noch erfolgreich

Im Jahr 2014 hatte Matesanz noch erfolgreich eine einstweilige Verfügung gegen den Bundesverband Musikindustrie (BVMI) erstritten, der ihn und ähnliche Anbieter aufgefordert hatte, keine Werbung mehr zu schalten. Ein Rechtsgutachten war zu dem Ergebnis gekommen, dass Streamripper nicht per se illegal seien, sondern legale Privatkopien ermöglichten. Das bedeutet eine klare Vereinbarung mit deutschem Recht. In den USA konnte er nicht auf eine ähnliche Einschätzung hoffen, da die Urheberrechtsgesetze dort stark von unseren abweichen und regelmäßig eher im Sinne der Musikindustrie interpretiert werden. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass die Kläger für jeden einzelnen Fall einer Urheberrechtsverletzung 150.000 US-Dollar Schadensersatz verlangten. Dass sie diese Summe am Ende auch bekommen werden, ist zweifelhaft. Trotzdem dürfte die Einigung den Hannoveraner teuer zu stehen kommen.

Natürlich bedeutet das nicht, dass es keine Alternativen mehr gibt. Online sind zum Beispiel noch immer SmartTube und YouTube-converter.de. Bei SmartTube handelt es sich um ein Browser-Addon mit besonders leichter Bedienbarkeit und mitgelieferten Adblock-Funktionen. Hiermit lassen sich sowohl Audio- als auch Videodateien konvertieren und herunterladen. Die nächste Alternative ist genau die richtige für diejenigen, die kein Browser-Addon installieren, sondern unterwegs ab und zu ein neues Lied oder Video downloaden möchten: Auf YouTube-converter.de gebt ihr dazu einfach die entsprechende URL eures Wunschvideos ein und konvertiert es mit wenigen Klicks in euer Zielformat. Auch hier sind sowohl Audiodateien wie mp3 oder Videodateien wie mp4 möglich.

Musik downloaden - legal oder illegal?

YouTube bestimmt über seine Nutzungsbedingungen, dass lediglich die angebotenen Funktionen des Videostreamings genutzt werden dürfen. Also all das, was man auf YouTube tun kann, ist auch erlaubt. Damit ist explizit gemeint, nur die Echtzeitansicht der Videos nutzen zu dürfen und keine Speicherung oder Vervielfältigung vorzunehmen. Mit diesen Bedingungen erklärt ihr euch automatisch einverstanden, sobald ihr YouTube nutzt. Das Urheberrechtsgesetz dagegen beschreibt mit Paragraph 53, Absatz 1, dass eine Kopie dann erlaubt ist, wenn ein fremdes Werk für den rein privaten Gebrauch kopiert und nicht vervielfältigt oder vertrieben wird. Dies gilt aber nur, wenn die Vorlage, in diesem Fall das YouTube-Video, legal hochgeladen wurde, also von einer Plattenfirma oder dem Künstler selbst. Illegal hochgeladene Videos dürften dagegen nicht kopiert werden.

Als Fazit lässt sich also festhalten, dass es legal ist, Videos von Künstlern oder ihren Plattenfirmen herunterzuladen. Allerdings ist es für Nutzer oft nicht ohne weiteres nachvollziehbar, von wem z.B. ein Musikvideo hochgeladen wurde und ob dafür eine Lizenz vorlag. Es handelt sich also noch immer um eine Grauzone, die rechtlich umstritten ist.

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