Machine Learning sei dank

Nase voll von doofen Bots? EA trainiert KI-Spieler in Battlefield 1

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von Benjamin Krämer -

Nicht nur Brett-, sondern auch Videospiele sollen künftig von künstlichen Intelligenzen gemeistert werden. Publisher Electronic Arts verkündete jetzt auf der Game Developer Conference (GDC), dass man aktuell KIs mittels Machine Learning in Battlefield 1 trainiere. Das könnte die jüngsten KI-Fortschritte endlich auf das Shooter-Genre ausweiten.

Das Jahr ist noch jung und trotzdem gibt es immer neue KI-Erfolgsmeldungen. Es handelt sich um scheinbare Wunder in Medizin und Technik, aber auch Computerspiele kommen nicht zu kurz. Nachdem es Googles Alpha Go und Alpha Go Zero bereits gelungen war, das komplexeste und älteste Brettspiel der Welt besser zu meistern als jeder Mensch, ging es mit Dota 2 weiter. Elon Musk höchstselbst wettete im vergangenen Jahr, dass seine Open Source Firma 'OpenAI' eine KI entwickeln könne, die besser Dota 2 spielt, als ein Profi - "unmöglich", sagte die Community, bis Musk seinen Binär-Wunderknaben aus dem Hut zauberte, der die Profis alt aussehen ließ. Kurios: Heute gelten die Strategien seiner KI als höchster Standard im professionellen Dota. Als nächstes wurde angekündigt, dass Starcraft 2 an der Reihe sei. Shooter-Fans guckten bisher also in die Röhre - bisher, denn das Entwicklerstudio EA kündigte jetzt an, dass man bereits KIs in Battlefield 1 trainiere.

Battlefield 1 mit echten KIs - ein Traum für Ballerfreunde

EAs 'KI Agents' lernen die Grundlagen von echten Spielern und verbessern sich danach selbstständig, ganz ähnlich wie menschliche Spieler selbst.

Wer an KIs und Shooter denkt, dem kommen wahrscheinlich Bots in den Sinn, die man früher umständlich per Konsolenbefehl einfügen musste und heute über Menüs zuschalten kann. Sie glänzen nicht durch Intelligenz, sondern eher durch Dummheit und nicht selten wird das gesamte Spiel wegen mangelnder Cleverness der elektronischen Begleiter oder Feinde kritisiert. Electronic Arts nutzt die aktuellen Fortschritte im Machine Learning deshalb, um neuartige KIs in Battlefield 1 zu trainieren und schon bald eine skalierbare Challenge für Shooter-Freunde bieten zu können. Es geht aber nicht bloß um klügere KIs, sondern darum, Entwicklern mit ihnen bessere Wege zu liefern, Fehler und Hindernisse im Spiel schon im Produktionsprozess schneller zu entdecken. KIs können schließlich deutlich öfter Probespielen als Menschen.

Zuschauen, üben, kreativ werden

Die 'KI-Agents', wie sie bei EA genannt werden, folgen keinen Instruktionen, sondern lernen von menschlichen Spielern die Grundlagen des Spiels und probieren in endlosen Spielen dann selbst neue Dinge aus, bis das Ergebnis den Anforderungen der Entwickler genügt. Interessanterweise funktioniert dieses Lernen anhand von Trial and Error und mit Belohnungen im Erfolgsfall, ähnlich also wie bei Tierversuchen. Wie die Algorithmen in Aktion aussehen, könnt ihr in diesem Video sehen:

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