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Tabubruch oder hilfreiche Empfehlungsfunktion?

Netflix: Nutzer kritisieren Eigenwerbung zwischen Serienfolgen

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von Dennie Beneke (@debeneke)-

Netflix führt zurzeit einen Testlauf durch, der Teilen der Nutzer einen Vollbild-Trailer von weiteren Eigenproduktionen zwischen Serien-Episoden einblendet. Der Versuchslauf sorgt für reichlich Kritik, schließlich experimentiert der Streaming-Dienst hier mit einer Form der Eigenwerbung.

Seit einigen Jahren krempelt Netflix nun schon unsere Sehgewohnheiten um, indem es an den Eckpfeilern rüttelt, die für lineares Fernsehen gelten. Ein immer größer werdendes Publikum nimmt deshalb die monatlichen Kosten in Kauf, denn neben einer stets wachsenden Film- und Serien-Bibliothek ist es vor allem das werbefreie Bingen von Eigenproduktionen, das Netflix so beliebt macht.

Ungestört fernsehen, ohne Unterbrechung - nach unzähligen Werbeunterbrechungen ein wahrer Meilenstein in der Abendunterhaltung. Doch genau an diesem Game-Changer experimentiert der Streaming-Dienst gerade herum.

Werbung entpuppt sich als Empfehlungsfunktion für Eigenproduktionen

Wie Nutzer berichten, schaltet Netflix momentan vereinzelt Werbung zwischen Serien-Episoden. Werbung bei Netflix? Nicht die normale Art Werbung, die uns ein neues Waschpulver oder eine attraktive Ratenzahlung beim Kauf eines nagelneuen Sportflitzers anpreist, sondern Vollbild-Trailer für andere Eigenproduktionen des Streaming-Dienstes. Also quasi Werbung in eigener Sache sowie für Nutzer, wie das Streaming-Unternehmen in einer Stellungnahme bei 'Ars Technica' verkündet.

"Wir testen, ob das Auftauchen von Empfehlungen zwischen den Episoden Mitgliedern hilft, Geschichten zu entdecken, die ihnen gut gefallen." Alles halb so wild und bisweilen nur ein Test, möchte man meinen, doch die Kritik zeigt: Bei Werbung - und sei sie noch so benutzerfreundlich orientiert - schrillen bei Nutzern sofort die Alarmglocken.

Im Netz teilten die Nutzer ihren Unmut über das Vorgehen von Netflix. Kritik wurde unter anderem laut, dass alle Abo-Optionen gleichsam betroffen sind, also selbst in hochpreisigen Abos Werbeeinblendungen angezeigt werden. Darüber hinaus machte ein Vorwurf die Runde, dass man Werbeeinblendungen nicht überspringen könne, was sich allerdings als falsch herausstellte.

Obwohl dieser Testlauf den Nutzern einfach nur ein weiteres Werkzeug an die Hand geben möchte, um im immer größer werdenden Pool an Netflix-Originals die Übersicht zu behalten, ist die Aufregung groß und kommt einer Art Tabubruch gleich.

Quelle: washingtonpost.com

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